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Fehler beim Überholen führen häufig zu schweren Verkehrsunfällen mit entgegenkommenden Fahrzeugen. Das Resultat liegt auf der Hand: Die Aufprallenergien im Begegnungsverkehr sind so erheblich, dass es unter den beteiligten Verkehrsteilnehmern häufig zu gravierenden Personenschäden kommt.
Bei der inzwischen auf unserem Straßennetz festzustellenden Verkehrsdichte sind Überholvorgänge nicht immer mit schnellerem Vorwärtskommen verbunden. Denn nach einem Überholvorgang muss häufig wieder hinter einem anderen Vorausfahrenden eingereiht werden.
Überholen ist ein komplexer Vorgang mit vielen Faktoren, die vom Überholer und vom Überholten berücksichtigt werden müssen. Fehlerfreies und gefahrloses Überholen erfordert daher viel Erfahrung.
Deshalb unsere Tipps:
- Reicht die Überholstrecke aus?
Beim geringsten Zweifel sollte aufs Überholen verzichtet werden. Nur Überholen, wenn absolut sicher ist, dass der Überholvorgang gefahrlos abgeschlossen werden kann. Die Sichtstrecke muss ausreichend und jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen sein.
Entgegenkommende fahren auch - deshalb steht als Überholstrecke maximal die halbe Sichtstrecke zur Verfügung.
- Bei Zweifel niemals überholen!
- vor unübersichtlichen Stellen, vor Kurven oder Kuppen
- bei schlechter Sicht, Nebel, Regen oder Schneefall
- bei schlechter Fahrbahn durch Glatteis, Schnee,
Aquaplaninggefahr
- bei unklarer Verkehrslage, wenn nicht bekannt ist,
wie sich der Vorausfahrende oder der Nachfolgende
verhalten wird, wenn etwa Zweifel über vorhandene
Lücken zum Wiedereinordnen bestehen oder der
Vorausfahrende links blinkt (biegt er ab oder überholt
er selbst?) oder wenn auf der Überholstrecke mit
einmündendem Verkehr zu rechnen ist
- Niemals überholen!
- wenn es durch Verkehrszeichen verboten ist (Überholverbot)
- wenn beim Überholen eine durchgezogene Linie oder eine
Sperrfläche überquert oder berührt werden muss
- einen vorausfahrenden Linien- und Schulbus, der mit
eingeschaltetem Warnblinklicht eine Haltestelle anfährt.
- Geschwindigkeit?
Die Geschwindigkeit beim Überholvorgang muss wesentlich höher sein als die des zu Überholenden. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit darf dabei nicht überschritten werden. Der zu Überholende darf seine Geschwindigkeit während des Überholvorgangs auch nicht erhöhen.
- Es kann etwas folgen!
Den nachfolgenden Verkehr nicht vergessen; denn auch er könnte gerade zum Überholen ansetzen. Eine Gefährdung ausschließen, Blick nach hinten - Schulterblick.
- Seitenabstand einhalten!
Nicht nur bei Zweiradfahrern seitlich sicherheitshalber etwas mehr Abstand einhalten. Nicht überholen, wenn kein Platz für ausreichenden Seitenabstand da ist.
- Schneiden verboten!
Beim Wiedereinordnen den Überholten nicht schneiden oder behindern.
- Blinken!
Das Aus- und Einscheren ist rechtzeitig und deutlich mit dem Blinker anzukündigen. Diese Absicht zu erkennen ist für den nachfolgenden Verkehr und den zu Überholenden wichtig.
- ÜBERHOLEN LASSEN!
Überholt zu werden ist keine Niederlage. Als Überholter das Tempo nicht erhöhen und möglichst weit rechts fahren. Warum ärgern? Der andere hat's offensichtlich eiliger. Ebenfalls nicht vergessen: NACHTS abblenden, damit der Überholer beim Wiedereinscheren nicht geblendet wird.
Fairness zeigen: Ein langsames Fahrzeug sollte an geeigneter Stelle (z. B. in Haltebuchten, auf Park- oder Seitenstreifen) das Tempo zurücknehmen und anhalten, um den nachfolgenden Verkehr passieren zu lassen.
- Überholer im Gegenverkehr!
Geschwindigkeit reduzieren und im Notfall abbremsen - möglichst weit nach rechts ausweichen, um einen Frontalzusammenstoß zu verhindern.
Aktuelle Informationen zum Thema "Überholen" finden Sie hier:
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