Geschwindigkeit nach Maß:

 

Die Unfallursache "Geschwindigkeit" liegt in der Rangfolge der häufigsten Unfallgründe in Baden-Württemberg nach wie vor an erster Stelle. Das heißt: Bei jedem vierten Verkehrsunfall, bei dem mindestens eine Person verletzt oder getötet worden ist, war ein Unfallbeteiligter "zu schnell" unterwegs.

Verkehrsteilnehmer kennen natürlich die gesetzlichen Tempolimits, wie etwa 50 km/h innerorts oder 100 km/h auf Außerortsstraßen sowie Schrittgeschwindigkeit in verkehrsberuhigten Bereichen etc. Geschwindigkeit als Unfallursache bedeutet häufig auch "nicht angepasst" gefahren zu sein, also: ohne die Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Witterungsverhältnisse oder die persönlichen Fähigkeiten oder die Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung berücksichtigt zu haben.

Es gibt also einiges zu beachten, um sich und andere möglichst vor Schaden zu bewahren. Deshalb unsere Tipps:

  • Tempo anpassen!
    Angepasst ist die Geschwindigkeit, wenn Sie notfalls sofort anhalten oder ausweichen können - das kann Menschenleben retten.
  • Auf Sicht fahren!
    Nur so schnell fahren, dass Sie innerhalb der überschaubaren Strecke anhalten können - bei schmalen Fahrbahnen müssen Sie innerhalb der halben Sichtweite anhalten können.
  • Kein russisches Roulett im Nebel!
    Zu hohes Tempo kann zum Horror-Tripp werden. Durch den Nebelschleier fehlen Anhaltspunkte und Kontraste aus der Umgebung - die gefahrene Geschwindigkeit wird häufig unterschätzt, die Konzentration überfordert und Gefahrensituationen zu spät erkannt.
    Übrigens: Bei einer Sichtweite von weniger als 50 m dürfen Sie auf keinen Fall schneller als 50 km/h sein. Dann dürfen Sie auch Nebelschlussleuchten benutzen.
  • Nicht schneller als das Schild erlaubt!
    Die Einhaltung von gesetzlichen Tempolimits müsste eigentlich selbstverständlich sein. Hier nochmals die wichtigsten Limitbestimmungen:

    - im Ort maximal 50 km/h
    - außerhalb maximal 100 km/h
    - Geschwindigkeitsbegrenzungen
      durch Verkehrsschilder
    - geschwindigkeitsbeschränkte
      Zonen (meistens Tempo-30-Zonen)
    - Schrittgeschwindigkeit in so
      genannten verkehrsberuhigten
      Bereichen

Oft wird der Anhalteweg aus der gefahrenen Geschwindigkeit unterschätzt. Als Faustregel gilt: Doppeltes Tempo bedeutet vierfachen Bremsweg. Dabei ist zu beachten, dass während der "Schrecksekunde" das Fahrzeug zunächst ungebremst weiterrollt, bis schließlich nach dem ersten Schreck aufs Bremspedal getreten wird. Unser downloadbares Modul zur Simulation des Anhaltewegs führt Ihnen dies plastisch vor Augen.

Unzureichender Abstand:

Das Auffahren auf ein vorausfahrendes Fahrzeug hat häufig schlimme Folgen. Denken wir nur an die Massenkarambolagen auf den Autobahnen, die meist bei schlechter Sicht oder glatten Straßen geschehen.

Wie kann Auffahren verhindert werden? Hier unsere Tipps:

  • Halber Tachoabstand!
    Außerhalb von Ortschaften empfiehlt sich ein Abstand, der der Hälfte der Tachoanzeige in Metern entspricht. Bei einem Tempo von 100 km/h sind das 50 Meter Abstand. Diese Strecke legt das Fahrzeug in etwa 2 Sekunden zurück.
  • Abstands-Test!
    Suchen Sie sich einen weiter entfernten Punkt aus, an dem das vor Ihnen fahrende Fahrzeug vorbeifährt. Und beginnen Sie dann zu zählen: "einundzwanzig ... zweiundzwanzig". Haben Sie den Punkt erreicht, bevor Sie zu Ende gezählt haben, ist Ihr Abstand zu gering. Sie können sich auch am Abstand der Leitpfosten orientieren. Diese sind an den Straßenseiten in der Regel in Abständen von 50 Metern aufgestellt. .
  • Abstand im Ort!
    Fußgänger oder plötzliche Hindernisse auf der Fahrbahn können den Vorausfahrenden zum plötzlichen Bremsen zwingen. Damit müssen Sie bei der Wahl Ihres Abstands rechnen.
  • Abstand bei schlechten Wetterbedingungen
    Bei schlechter Sicht wegen Nebel, Regen oder Schneefall größeren Abstand halten. Hier gilt die Regel: innerhalb der halben übersehbaren Strecke anhalten können. Gleiches gilt auf glatter, nasser oder verschmutzter Fahrbahn.
  • Der Vorausfahrende denkt mit!
    Als Vorausfahrender darf ohne zwingenden Grund nicht stark gebremst werden, etwa weil man sich verfahren hat. Erst kontrollieren, ob jemand folgt, dann bremsen.

Der Abstand zum Vorausfahrenden ist auch Ihr Sicherheitsabstand!

Arge Aktuell
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