Gurte retten Leben
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Gurte retten Leben! Ein „Klick“ kann Leben retten. Die Vorfreude ist riesig, die Stimmung ausgelassen und es sind nur noch wenige Minuten im Auto bis zur Party. Doch dann das: ein Unfall, unerwartet, aus dem Nichts. Der „Runter vom Gas"-Film zeigt, wie schnell eine Fahrt tödlich enden und wie ein einfacher „Klick" Leben retten kann. Quelle Kampagne: http://www.runtervomgas.de  Lebensretter Nr. 1 Sicherheitsgurte und Kinderrückhaltesysteme sind die Lebensretter Nr. 1 im Straßenverkehr! In den letzten Jahren hatte etwa jeder vierte tödlich verunglückte Verkehrsteilnehmer den Sicherheitsgurt nicht angelegt. Einen Sturz aus zehn Metern Höhe würden Sie wohl kaum überleben. Er entspricht einem Aufprall bei einer Geschwindigkeit von nur 50 km/h. Bei dieser Aufprallgeschwindigkeit wirkt auf den menschlichen Körper das 30-fache seines Eigengewichts - bei 70 kg sind dies 2,1 Tonnen. Das Sicherheitssystem aus Gurt und Airbag schützt vor erheblichen Verletzungen. Der Airbag erhöht den Wirkungsgrad des Gurtes deutlich. Seit seiner Erfindung im Jahr 1958 und der verbindlichen Gurtanlegepflicht ab 1984 gilt der Sicherheitsgurt trotz aller inzwischen technischen Innovation in puncto Fahrzeugsicherheit immer noch als „Lebensretter Nummer 1“ bei Verkehrsunfällen. Wer klickt, hat‘s geschnallt! Alle Vorschriften, Erfahrungen und rationale Überlegungen sprechen für ihn - dennoch findet er im Verkehrsalltag nicht immer die notwendige Akzeptanz oder er wird sogar bewusst ignoriert. So ergeben die Auswertungen der Verkehrsunfälle in Baden-Württemberg regelmäßig, dass (bisher) immer noch über 20 Prozent der tödlich verunglückten gurtpflichtigen Fahrzeugnutzer den Gurt  nicht oder nicht ordnungsgemäß angelegt haben. Bei jungen Fahrern und Mitfahrern liegt die Quote tödlich Verunglückter ohne Gurt bei über 30 Prozent. Die Beweggründe für das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes sind sehr unterschiedlich – gedankenlos, bequem oder gar berechnend („für die kurze Strecke lohnt es sich nicht…“) – die Antworten bei Kontrollen der Polizei zeugen von (teilweise) mangelndem Bewusstsein über die Schutzwirkung des Gurtes für sich und andere (Beifahrer oder die Sicherung von Kindern). Bei jungen Fahrern sind zusätzlich die aus dem Fahrverhalten dieser Zielgruppe bekannten Phänomene Unerfahrenheit und hohe Risikobereitschaft bis hin zu „übertriebener Coolness“ weitere Ursachen für die Missachtung der Gurtanlegepflicht. Was wird gerade von einzelnen jungen Menschen nicht alles unternommen, um einen angelegten Sicherheitsgurt etwa bei der Aufnahme automatischer Kamerasysteme vorzutäuschen oder den lästigen Pieps-Ton im Fahrzeug zu verhindern, ohne dass der Lebensretter wirklich angelegt ist. Wer hierbei vermeintlich innovativ ist, verkennt oder ignoriert einfach die Schutzwirkung des   Sicherheitsgurtes. Mit diesem ernsten Hintergrund und den möglichen Unfallfolgen bei nichtangelegtem Sicherheitsgurt sollte man deshalb nicht spielen!  Wissenschaftliche Studien, Dummy-Simulationen und leider auch die Erkenntnisse aus der Unfallaufnahme belegen es: Aus eigener Kraft kann das Körpergewicht, das durch die Aufprallgeschwindigkeit vervielfacht wird, nicht aufgefangen werden. Setzen Sie sich einfach einmal in einen Gurtschlitten, wo Sie bereits bei einem Aufprall von 7 – 10 km/h die Kräfte erleben können, die vom Gurt „gebändigt“ werden. Die optimale Schutzwirkung des Sicherheitsgurtes ergibt sich in der richtigen Sitzposition – möglichst aufrecht, damit der Körper bei einem Aufprall nicht unter dem Gurt „durchrutschen“ kann. Eine gerade und aufrechte Sitzposition ist insbesondere auch für die Rücksitzinsassen wichtig, um einen optimalen Gurtverlauf sicherzustellen. Insassen auf den „hinteren Reihen“ beugen sich häufig zur Seite oder nach vorne, um sich etwa zu unterhalten oder den Straßenverlauf zu beobachten und geben damit dem Gurt keine Chance, sie optimal zu schützen.  Aus dem Polizeibericht – in einer Neujahrsnacht Ein weiterer folgenschwerer Autounfall ereignete sich in der Nähe von X- Stadt (eine Kreisstadt in Baden-Württemberg). Drei junge Menschen aus dem dortigen Landkreis kamen bei einem heftigen Zusammenstoß auf einer Bundesstraße ums Leben, zwei weitere schwebten zunächst in Lebensgefahr. Die drei Opfer, ein 19-Jähriger und zwei Frauen im Alter von 19 und 21 Jahren, waren gemeinsam mit einem weiteren jungen Mann auf der Bundesstraße unterwegs. Nach Polizeiangaben waren sie vermutlich nicht angeschnallt. Ihr Auto prallte mit dem Kleinwagen einer 32-Jährigen zusammen. Beide Fahrzeuge überschlugen sich und landeten auf dem Dach. Feuerwehrleute mussten alle fünf Insassen aus den Wracks herausschneiden. Nach ersten Ermittlungen geriet das Auto mit den vier jungen Menschen in einer leichten Linkskurve auf den Grünstreifen. Die Straßen waren laut Polizei zwar ein wenig glatt, an der Unfallstelle war jedoch schon gestreut worden. Die Fahrbahn war daher getaut, die Straßenränder dagegen vereist. Dies könnte dem Unfallfahrer zum Verhängnis geworden sein. Es gelang dem 19-Jährigen nicht, dass Auto wieder unter Kontrolle zu bekommen. Ein Verkehrsunfall, der sich so oder so ähnlich leider immer wieder ereignet. Den Lebensretter Nr. 1 vor der Fahrt anlegen – dann übernehmen sie Verantwortung gegenüber sich selbst, aber auch gegenüber Ihren Angehörigen. Eine besonders emotionale Darstellung zum Sicherheitsgurt sehen Sie im Film Embrace Life von SussexSaferRoads                                                              Rechtslage                            Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) I.  Allgemeine Verkehrsregeln § 21a Sicherheitsgurte, Schutzhelme (1) Vorgeschriebene Sicherheitsgurte müssen während der Fahrt angelegt sein. Das gilt nicht für 1. (weggefallen) 2. Personen beim Haus-zu-Haus-Verkehr, wenn sie im jeweiligen Leistungs- oder Auslieferungsbezirk regelmäßig in kurzen Zeitabständen ihr Fahrzeug verlassen müssen, 3. Fahrten mit Schrittgeschwindigkeit wie Rückwärtsfahren, Fahrten auf Parkplätzen, 4. Fahrten in Kraftomnibussen, bei denen die Beförderung stehender Fahrgäste zugelassen ist, 5. betreuungsbedürftigen Personengruppen während der Dienstleistungen, die ein Verlassen des Sitzplatzes erfordern, 6. Fahrgäste in Kraftomnibussen mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 t beim kurzzeitigen Verlassen des Sitzplatzes. (2) Wer Krafträder oder offene drei- oder mehrrädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h führt sowie auf oder in ihnen mitfährt, muss während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen. Dies gilt nicht, wenn vorgeschriebene Sicherheitsgurte angelegt sind. Hat’s geklickt – auch im Lkw? Im August 1992 wurde in § 35a der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung der Einbau von Sicherheitsgurten in neu zugelassene Lkw (ohne die vorher geltende Beschränkung bis zu 2,8 t zulässige Gesamtmasse) gesetzlich vorgeschrieben – siehe Formulierung in § 21a StVO „vorgeschriebene Sicherheitsgurte“. Damit war die Einführung der Gurtanlegepflicht auch in den schweren Lkw vollzogen. Sie stützte sich auf Erkenntnisse aus dem realen Unfallgeschehen, wonach auch für Fahrer und Beifahrer in Lkw der angelegte Sicherheitsgurt das wesentliche Grundelement des Insassenschutzes darstellt. Untersuchungen zeigen: Bei 3 von 4 Unfällen kann der Sicherheitsgurt die Verletzungen der Lkw-Insassen vermindern oder gar vermeiden. Mit der Kampagne „Hat’s geklickt?“ werden Lkw-Fahrerinnen oder LKW-Fahrer über den Sicherheitsgewinn des angelegten Sicherheitsgurts informiert und zum Tragen motiviert. Mehr unter www.hatsgeklickt.de Kontrollen für Ihre Sicherheit Die Überwachung der Gurtanlegepflicht und der richtigen Sicherung  von Kindern als Mitfahrer ist fester Bestandteil der polizeilichen Kontrollen – damit soll Ihre Gesundheit und Ihr Leben geschützt werden. Übrigens – der Sicherheitsgurt ist nicht angelegt im Sinne des § 21a Abs. 1 Satz 1 StVO, wenn der Betroffene das Gurtschloss zwar verriegelt, den Schultergurt jedoch nicht über die Schulter, sondern unter dem linken Arm geführt hat.                              Quelle: Entscheidung des OLG Hamm (Beschluss vom   29.10.2007 - 2 Ss OWi 695/07) Bußgeld & Punkte Unser Rat mit unseren Kampagne-Partnern: Erst gurten – dann starten Vor der Fahrt den Sicherheitsgurt anlegen. Diagonalgurt über die Schulter führen und anziehen. Kopfstütze auf die richtige Höhe einstellen. Sitz so einstellen, dass bei durchgetretenem Pedal das Bein nicht ganz durchgestreckt ist. In Gefahrensituationen kann nur schnell und wirkungsvoll reagieren, wer kraftvoll auf die Bremse tritt und nicht zu weit vom Pedal entfernt sitzt. Sitz nach Einstellung vollständig einrasten und Rückenlehne in möglichst aufrechte Position bringen, damit der Körper bei einem Aufprall nicht unter dem Gurt durchrutschen kann. Der Handballen muss bei ausgestrecktem Arm den obersten Punkt des Lenkrads erreichen, ohne dass die Schultern den Kontakt zur Sitzlehne verlieren.  
Gurt nicht angelegt
als Fahrer
30 €                        - -
als Mitfahrer
30 €                        - -
Als Fahrer oder Verantwortlicher Kinder ohne jede Sicherung mitge- nommen …
bei einem Kind
60 €                        1 Punkt
Als Fahrer oder Verantwortlicher Kinder ohne vorschriftsmäßige Sicherung mitgenommen …
bei einem Kind
60 €                        - -
bei mehreren Kindern
70 €                        1 Punkt
bei mehreren Kindern
35 €                       - -