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Warnweste Mitführpflicht ab 1. Juli 2014 Auch in Deutschland gilt ab 1. Juli 2014 für Kraftfahrer nunmehr eine allgemeine Warnwestenpflicht. Nach § 53 a Abs. 2 Ziff. 3 Straßenverkehrszulassungsordnung  muss in Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, Zug- und Sattelzugmaschinen sowie Kraftomnibussen ab dem 01.07.2014 eine Warnweste mitgeführt werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind Krankenfahrstühle, Krafträder sowie einachsige Zug- oder Arbeitsmaschinen. Unabhängig von der Zahl der Mitfahrer muss eine Weste der DIN EN 471 oder der EN ISO 20471/2013   entsprechen. Sie darf fluoreszierend gelb, orangerot oder rot sein. Außerdem muss das europäische Kontrollkennzeichen EN 471 fest angebracht sein. Ältere Westen, die diese Kennzeichnung nicht haben, sind grundsätzlich nicht mehr zugelassen. Gewerbsmäßig eingesetzte Kraftfahrer Sind Kraftfahrer gewerbsmäßig tätig, gelten darüber hinaus gem. § 31 der BGV D 29  (Warnkleidung) besondere Ausrüstungs- und Tragevorschriften. Der Unternehmer hat maschinell angetriebene mehrspurige Fahrzeuge mit geeigneter Warnkleidung für wenigstens einen Versicherten auszurüsten, wenn davon auszugehen ist, dass er beim Pannenfall selbst tätig werden muss. Ist das Fahrzeug mit zwei Personen besetzt, ist für jede Person eine Warnweste vorzusehen. Werden auf öffentlichen Straßen im Gefahrbereich des fließenden Verkehrs Instandsetzungsarbeiten (Radwechsel wegen eines Reifenschadens oder das Nachfüllen von Benzin aus dem Reservekanister etc.) an Fahrzeugen oder Abschlepp- oder Bergungsarbeiten durchgeführt, müssen demnach Warnwesten getragen werden. Gefahren des fließenden Verkehrs bestehen insbesondere dann, wenn an der dem Verkehr zugewandten Seite des Fahrzeugs Arbeiten ausgeführt werden müssen, bei denen weder auf den Verkehr geachtet noch ihm ausgewichen werden kann. Der Träger der Unfallversicherung erteilt Auskunft darüber, ob diese Vorschrift auf ein Unternehmen und dessen Kraftfahrzeuge Anwendung findet. Funktion/Gestaltung/Trageweise/Aufbewahrung der Warnweste Die Warnweste kombiniert zwei verschiedene Funktionen zur besseren Erkennbarkeit: Bei Tageslicht nutzt die in Tagesleuchtfarbe ausgeführte Fläche das einfallende Sonnenlicht und erscheint besonders hell, indem UV-Licht mittels Fluoreszenz in sichtbares Licht gewandelt wird. Besonders gut funktioniert dies in der Dämmerung und bei trübem Wetter (wegen des dann höheren Anteils an kurzwelligem Licht). Bei Dunkelheit werfen die retroreflektierenden Elemente einfallendes Licht in Richtung der Lichtquelle zurück. Für die Warnfunktion muss sich daher der Beobachter nahe an einer die Umgebung ausleuchtenden Lichtquelle befinden. Bei Fahrzeugen ist dies durch das Abblendlicht gegeben, in anderen Fällen nur bei passender Anordnung der Beleuchtung. Für eine Warnweste nach EN 471 sind zwei umlaufende, 50 mm breite Reflexstreifen vorgeschrieben, während für Kleidung nach EN 1150 (Freizeitanwendungen) bereits ein einzelner, 25 mm breiter Reflexstreifen ausreicht. Die Nachfolge-Norm die EN ISO 20471 geht über die Forderungen der bisherigen EN 471 hinaus. Zusätzlich zu den um den Torso laufenden Streifen werden vertikale Streifen gefordert. Weitere Änderungen der EN ISO 20471 im Vergleich zur EN 471 sind die zusätzliche Messung von Farbort und Leuchtdichte nach mindestens fünf Waschzyklen, die Überarbeitung der Designanforderungen sowie Änderung von Prüfanforderungen. Werden Warnwesten in Kraftfahrzeugen nur über einen der Sitze gehängt, ist zu bedenken, dass die Fasern, wenn sie dauernder Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden, ihre Fluoreszenzeigenschaften und damit die Warnweste ihre Schutzwirkung in kurzer Zeit verlieren. Außerdem können derart aufbewahrte Warnwesten bei einem Verkehrsunfall die Wirkung des in Sitzlehnen angebrachten Airbags beeinträchtigen. Sinnvoller ist es daher, die Weste im Handschuhfach oder im Seitenfach einer Tür aufzubewahren, wo sie besser vor starker Sonneneinstrahlung geschützt, aber jederzeit „griffbereit“ ist. Um die vorgesehene Sichtbarkeit zu erreichen, ist es erforderlich, dass die Warnweste geschlossen getragen wird. Meist erfolgt dies mithilfe eines Klettverschlusses auf der Vorderseite der Weste. Für Motorradfahrer werden Warnwesten mit Reißverschluss empfohlen. Bußgeld Bei einem Verstoß (Nichtmitführen) ist ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15 € fällig.            Zwar umfasst die Vorschrift nicht das Tragen der Weste im Gefahrenfall, dies ist der Eigenverantwortung des Fahrzeugführers oder eines Mitfahrers überlassen. Autofahrer sind jedoch aufgefordert, die Warnweste im Falle einer Panne oder eines Unfalles zu tragen. Daher ist es sinnvoll, mehrere Warnwesten im Fahrzeug für weitere Insassen mitzuführen.   Warnwestenpflicht in Europa Mit der Neuregelung folgt Deutschland dem Vorbild vieler europäischen Staaten. Allerdings liegt das Bußgeld in anderen Ländern deutlich höher als 15 Euro: So sind etwa in Portugal zwischen 60 und 600 Euro fällig, wenn man bei einem Unfall oder einer Panne keine Warnweste trägt. In Italien werden Verstöße mit mindestens 35 Euro bestraft, in Spanien kostet das Nichtanlegen rund 90 Euro. Zu weiteren Hinweisen zur Warnwestenpflicht im Ausland empfehlen wir die Seiten des ADAC  Empfehlungen Insbesondere auf Straßen mit schnell fließendem Verkehr oder bei schlechten Sichtverhältnissen ist das Tragen der Warnweste besonders zu empfehlen. Die Westen verbessern die gute Erkennbarkeit von Personen erheblich und tragen damit zur Sicherheit im Straßenverkehr bei. Zwar besteht für Kraftradfahrer keine Mitführpflicht, jedoch verbessern Warnwesten die Erkennbarkeit der Biker erheblich!