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Verhüllungsverbot zur Gewährleistung der Identitätsfeststellung bei Maßnahmen der automatisierten Verkehrsüberwachung. In Deutschland ist der Halter für ein schuldhaftes Fehlverhalten des Kraftfahrzeugführers nicht verantwortlich. Die Verantwortlichkeit des Kraftfahrzeugführers bei einer automatisierten Ver-kehrsüberwachung („Blitzerfoto“) nachzuweisen fällt immer dann schwer, wenn das Gesicht ver-deckt oder verhüllt ist. Zur Gewährleistung einer effektiven Verkehrsüberwachung, die mehr und mehr automatisiert durchgeführt wird, ist es daher geboten, für die das Kraftfahrzeug führende Person ein Verbot der Verhüllung und Verdeckung wesentlicher Gesichtsmerkmale auszusprechen, das die Feststellbarkeit der Identität von vornherein gewährleistet. Deshalb hat der Gesetzgeber ein Verhüllungsverbot beim Fahren eines Kraftfahrzeuges erlassen. Dabei muss das Schutzbedürfnis der Fahrer von Krafträdern nach einem ausreichenden Schutz des Kopfes unberührt bleiben. § 23 Abs. 4 Straßenverkehrsordnung (StVO): Wer ein Kraftfahrzeug führt, darf sein Gesicht nicht so verhüllen oder verdecken, dass er nicht mehr erkennbar ist. Dies gilt nicht in Fällen des § 21a  Absatz 2 Satz 1 StVO. Eingeführt mit der 53. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 6. Oktober 2017 - Inkrafttreten zum 19.10.2017. Das Tragen von Masken, Schleiern und Hauben, die das ganze Gesicht oder wesentliche Teile des Gesichts verdecken, ist verboten. Nicht verboten sind reine Kopfbedeckungen, die das Gesicht freilassen (z.B. Hut, Kappe, Kopftuch), Gesichtsbemalung, -behaarung oder Gesichtsschmuck (z.B. Tätowierung, Piercing, Karnevals- oder Faschingsschminke), die Sicht erhaltende oder unterstützende Brillen (z.B. Sonnenbrille), die nur geringfügige Teile des Gesichts umfassen. Ebenfalls nicht verboten ist das Tragen von Schutzhelmen für Kraftradfahrer – siehe „in den Fällen des § 21a  Absatz 2 Satz 1 StVO“.  Ein Verstoß gegen die Vorschrift wird vorsätzlich begangen. Es ist daher geboten, eine angemessene Sanktion für die Zuwiderhandlung vorzusehen. Bußgeldkatalog-Verordnung (Ahndungssätze ab dem 19.10.2017)