Themen S T U V
Verkehrsunfall: Auch die Seele leidet Quelle: BAST-Forschung kompakt Nr. 20/2014 Möglicherweise haben Sie an sich oder im Bekanntenkreis die Erfahrung gemacht, dass man nach einem Verkehrsunfall neben körperlichen häufig auch seelische Verletzungen erleidet. Ein Viertel aller bei einem Verkehrsunfall schwer Verletzten hat psychische Folgeerkrankungen zu befürchten. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) mit einer aktuellen Untersuchung zu psychischen Folgen von Verkehrsun- fällen. Die Studie benennt zudem die maßgeblichen Faktoren, die psychische Störungen nach einem Unfall begünstigen. Die Ein- leitung gezielter Maßnahmen sollte demnach schon in der Unfall- klinik beginnen.                                                                                                        Untersucht wurden über 200 Straßenverkehrsunfallopfer, die sich zur stationären Behandlung ihrer Verletzungen in einem Krankenhaus befanden(1.  Die Patienten wurden unter anderem zu Beginn ihres Krankenhaus- aufenthalts als auch in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten nach dem Unfallereignis befragt. Danach leidet jedes vierte Opfer unter ernstzunehmenden psychischen Beschwerden. Diese Erkrankungen, wie Angst, Depression oder eine posttraumatische Belastungsstörung, entwickeln sich oftmals zeitnah zum Unfallgeschehen, können aber auch erst in den Monaten nach einem Unfall auftreten. In den meisten Fällen sind die psychischen Symptome dauerhaft. Besonders betroffen sind Patientinnen und Patienten mit psychischen Vorbelastungen. Nachgewiesen wurde zudem ein erhöhtes Risiko psychischer Folgeschäden bei Unfallopfern, die mit einer Verschlechterung der von ihnen erlebten sozialen Unterstützung konfrontiert werden. Gleiches gilt jedoch auch für Verletzte, die bereits in der ersten Phase nach einem Verkehrsunfall psychische Auffälligkeiten aufwiesen. Je früher Störungen erkannt werden, umso schneller kann wirkungsvolle Hilfe angeboten werden. Die nun vorliegenden Erkenntnisse können dazu beitragen, die bislang wenig beachtete Problematik psychischer Unfallfolgen weiter publik zu machen.          Weitere Informationen siehe BAST-Publikation  (1Unfallopfer, die sich zur stationären Behandlung ihrer Verletzungen im Krankenhaus befinden, sind sog. Schwerverletzte