Themen P Q R
Reißverschlussverfahren Der Ablauf ist klar geregelt Wenn zwei Fahrspuren zu einer einzelnen zusammengeführt werden, gilt in Deutschland automatisch das Reißver- schlussverfahren. Das heißt, dass jedes Fahrzeug auf der rechten Fahrspur ein Fahrzeug aus der linken Fahrspur vorlassen muss § 7 Abs. 4 StVO Ist auf Straßen mit mehreren Fahrstreifen für eine Richtung das durchgehende Befahren eines Fahrstreifens nicht möglich oder endet ein Fahrstreifen, so ist den am Weiterfahren gehinderten Fahrzeugen der Übergang auf den benachbarten Fahrstreifen in der Weise zu ermöglichen, dass sich diese Fahrzeuge unmittelbar vor Beginn der Verengung jeweils im Wechsel nach einem auf dem durchgehenden Fahrstreifen fahrenden Fahrzeug einordnen können (Reißverschlussverfahren). Wenn es eng wird gilt: bis zur Verengung vorfahren jeweils im Wechsel nach einem auf dem durchgehenden Fahrstreifen fahrenden Fahrzeug einordnen (Reißverschlussverfahren) Weil sich viele Verkehrsteilnehmer viel zu früh auf dem weiterführenden Fahrstreifen einordnen und sich damit der Verkehr hinter ihnen zu früh verlangsamt, wird wertvoller Straßenraum vergeudet und es werden unnötig lange Rückstaus produziert! Beispiel für die korrekte Anwendung des Reißverschlussverfahrens Zu beachten ist dabei, dass in allen Fällen ein Fahrstreifen nur gewechselt werden darf, wenn eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Jeder Fahrstreifenwechsel ist rechtzeitig und deutlich anzukündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen (§ 7 Abs. 5 StVO). Auch beim Reißverschlussverfahren gilt selbstverständlich die Grundregel aus § 1 Abs. 1 StVO: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Da es Vorfahrt im strengen Sinn nur an Kreuzungen und Einmündungen gibt, spricht man bei einem Fahrstreifenwechsel von Vorrang oder Vortritt. Ein Vorrangproblem entsteht an Engstellen erst dann, wenn ein gefahrloses Einfädeln auf die weiterführende Spur wegen eines geringen Abstands der Fahrzeuge nicht mehr möglich ist. Der Reißverschluss beginnt mit dem ersten Fahrzeug auf dem weiterführenden Fahrstreifen. Danach dürfen sich die am Weiterfahren gehinderten Fahrzeuge jeweils im Wechsel und unter Anwendung besonderer Vorsicht in den weiterführenden Fahrstreifen einordnen. Wer im Reißverschlussverfahren die Spur wechseln will, muss außerdem seine Absicht rechtzeitig durch Blinken ankündigen. Er muss zurückschauen und darf nur allmählich hinüberfahren. Keinesfalls darf er darauf vertrauen, dass ihm der Spurwechsel ermöglicht wird. Andererseits darf der auf der durchgehenden Spur Fahrende seinen Vorrang nicht erzwingen. Empfehlung: Der WDR macht im Rahmen seiner Serie KOPFBALL – aus Fragen machen wir Antworten den „Fädeltest“ mit 30 Fahrzeugen auf der Autobahn. Interesse? Sie finden den Filmbeitrag hier                                                                    Bild: www.wdr.de/tv/kopfball