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Falschfahrer auf Autobahnen Verbesserung von Markierungen und Beschilderungen Zum Schutz vor Falschfahrern hat die Landesregierung Markierungen und Beschilderungen an Anschlussstellen und Rastanlagen verbessert. Mit Fertigstellung der Markierung bei Esslingen wurde die Initiative nun erfolgreich abgeschlossen. Bundesweit liegt damit Baden-Württemberg in der Prävention von Falschfahrten vorne. Winfried Hermann, Minister für Verkehr und Infrastruktur, besuchte am 24.11.2014 im Rahmen der baden-württembergischen Maßnahmen gegen Falschfahrer, die Anschlussstelle Esslingen an der A 8. Dort wurden nicht nur die vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur angeordneten Markierungspfeile gegen unbeabsichtigte Falschfahrten aufgebracht, sondern auch die ganze Anschlussstelle nach einem Muster der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) neu markiert und beschildert. „Die geänderte Markierung weist den Verkehrsteilnehmern den richtigen Weg auf die Autobahn. Sie signalisiert außerdem falsch abgebogenen Fahrern ‚Hier bin ich falsch!‘ Wir sind uns aber dessen bewusst, dass nur die Kombination aller Maßnahmen einen wirksamen Beitrag zum Schutz vor unfreiwilligen Falschfahrten leisten kann“, so Minister Hermann. Landesweit wurden alle Anschlussstellen und Rastanlagen im Zuge der Bundesautobahnen und zweibahnigen Bundesstraßen mit der neuen Markierung ausgestattet. Außerdem wurden alle Anschlussstellen und Rastanlagen überprüft und gegebenenfalls in der Beschilderung ergänzt. Einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zufolge beginnen ca. 40-50 % aller Falschfahrten an Autobahnanschlussstellen. Nach Überprüfung der Beschilderung und Ergänzung der Markierungen wird das Risiko irrtümlicher Falschfahrten minimiert. „Nach Umsetzung der Maßnahmen liegt Baden-Württemberg in der Prävention von Falschfahrten bundesweit vorn“, zeigte sich Minister Hermann, anlässlich der Fertigstellung der Maßnahme bei Esslingen, die die letzte einer landesweiten Markierungsinitiative war, zufrieden. Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg vom 24.11.2014 Die Bundesanstalt für Straßenwesen hat in der Studie zu „Falschfahrten auf Autobahnen“ u. a. zusammenfassen ausgeführt, dass Falschfahrten niemals ganz zu verhindern sein können, insbesondere wenn Verkehrsteilnehmer vorsätzlich falsch handeln, z. B. absichtlich an Anschlussstellen falsch auffahren oder absichtlich auf Richtungsfahrbahnen wenden, wenn sie z. B. vor der Polizei flüchten, Wege abkürzen oder verpasste Ausfahrten erreichen wollen oder gar suizidale Absichten haben; unbewusst durchgeführte Falschfahrten allein mit Hilfe entwurfs- und straßenausstattungsbezogener Maßnahmen nicht gänzlich vermieden werden können, insbesondere bei Überforderung, Orientierungslosigkeit und Verwirrung von Verkehrsteilnehmern oder bei Befolgung missverständlicher Anweisungen aus dem Navigationsgerät. Diese Fehlverhalten werden zum Teil von Gegebenheiten wie Alkohol- oder Drogenkonsum, körperlichen/geistigen Beeinträchtigungen, schlechter Sicht und/oder Baustellen flankiert. Gefahren, die etwa von unbewusst begangenen Falschfahrten ausgehen, können aber mit Hilfe geeigneter Maßnahmen, die dem Verkehrsteilnehmer helfen, sich (intuitiv) richtig und frühzeitig zu orientieren, reduziert werden. Infrastrukturelle Maßnahmen z. B. im Bereich der wegweisenden Beschilderung, der Verkehrszeichen und/oder der Markierung können dazu einen Teil beitragen, Verkehrsteilnehmer im Hinblick auf eine korrekte Fahrt zu unterstützen. Optimierte Markierung Exemplarische Darstellung der optimierten Markierung an Anschlussstellen Die Wartelinie für den aus der untergeordneten Straße in die Einfahrrampe abbiegenden Verkehr wird unter Berücksichtigung der Schleppkurven des einbiegenden Schwerlastverkehrs möglichst weit i. R. des engeren Knotenpunktbereichs nach vorne gezogen. Daneben werden zusätzliche Richtungspfeile markiert und der Bereich im direkten Übergang „Ausfahrt zur untergeordneten Straße“ mit einer einseitigen Fahrstreifenbegrenzung versehen. Außerdem sollen ungünstige optische Verkehrsführungen in Ein-/Ausfahrtrampen ohne bauliche Mitteltrennung möglichst vermieden werden. Soweit dies nicht möglich ist, sollten andere geeignete Verkehrszeichen bzw. Verkehrseinrichtungen – z. B. Z 295 als Doppellinie, Richtungspfeile – eingesetzt werden, um die Verkehrsteilnehmer richtig zu führen. Im Hinblick auf den zukünftigen Umgang mit Falschfahrtereignissen, einschließlich Unfällen infolge von Falschfahrten, sollten diese möglichst systematisch nach bestimmten Kriterien erfasst werden, um weitere, fundierte Erkenntnisse gewinnen zu können. Dabei stellen die Falschfahrtmeldungen des Verkehrswarndienstes ein gutes Instrument dar, das Aufkommen von Falschfahrten abzubilden. Die Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen und weitere Informationen finden Sie unter www.bast.de 
Bilder: KEV (nach Vorlagen BASt)