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Beleuchtung - Tagfahrlicht Licht erregt Aufmerksamkeit! Tagfahrlicht verbessert die Erkennbarkeit der Fahrzeuge; Verkehrsteilnehmer können sich dadurch früher auf die Verkehrssituation einstellen, ein wichtiger Aspekt zu mehr Verkehrssicherheit!   Die Straßenverkehrsordnung (StVO) legt in § 17 Absatz 1  (Stand 01.05.2014) fest, dass während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen zu benutzen sind. Die Beleuchtungseinrichtungen dürfen nicht verdeckt oder verschmutzt sein. Empfehlung: Aufgrund der positiven Erfahrungen mit der Abblendlicht-Benutzungspflicht für Krafträder und aus internationalen Untersuchungen mit mehrspurigen Fahrzeugen, die auch tagsüber bis in die Dämmerung mit Abblendlicht oder speziellen Tagfahrleuchten fahren, hat der Bundesverkehrsminister empfohlen, dass alle Kraftfahrzeuge (ab dem 01.01.2005) auch am Tage mit Licht  fahren sollen. Nach einer aktuellen Untersuchung der Bundesan- stalt für Straßenwesen (BASt) wird dadurch ein Rückgang aller Unfälle um ca. 3 % erwartet. Auch wenn nach den Bestimmungen der Straßen- verkehrszulassungsordnung (StVZO) nur die Benutzung von vorgeschriebenen und genehmigten Beleuchtungseinrichtungen zugelassen ist (eine Benutzungspflicht für Tagfahrleuchten gibt es bislang nicht), soll der Versuch, bei Tage mit Licht (Abblendlicht oder Tagfahrlicht) zu fahren, bundesweit erprobt werden. Nach § 17 Absatz 2a StVO müssen Krafträder auch am Tage mit Abblendlicht fahren. Durch eine Novellierung des § 17 StVO im Jahre 2013 ist es auch Krafträdern erlaubt, alternativ zum Abblendlicht Tagfahrleuchten zu benutzen. Dem Verkehrsteilnehmer wird damit die frühzeitige Wahrnehmung der Krafträder erleichtert. Ver- kehrssituationen können damit besser eingeschätzt und bewältigt werden. Keinesfalls dürfen anstelle des Tagfahrlichtes nur die Begrenzungsleuchten (Standlicht), die Nebelscheinwerfer oder etwa gedimmtes Fernlicht eingeschaltet werden! Tagfahrleuchten – technische Details Tagfahrtleuchten sind nach vorn gerichtet und dienen dazu, das Fahrzeug bei Fahrten unter Tageslicht besser kenntlich zu machen. Tagfahrleuchten werden in verschiedenen Systemen angeboten. Sie können in herkömmlichen Scheinwerfer integriert sein oder als separate Leuchteinheit angebracht werden. Die Ausführung kann in herkömmlicher Lampenform oder in LED- ausgeführt sein. Das LED-Licht wird auf Basis der Halbleitertechnik erzeugt, ist langlebig und energieeffizient. Allerdings müssen alle Beleuchtungssysteme den Genehmigungsvorschriften der ECE R 87 und der Einbau der ECE R 48 entsprechen  (internationale Harmonisierung der technischen Vorschriften für Kraftfahrzeuge).  Zugelassene Tagfahrleuchten sind an den Buchstaben "RL" als Bestandteil des Genehmigungszeichens auf der Leuchteinheit zu erkennen. Aufbau und Anordnung Die Ausrüstungspflicht betrifft Pkw, die erstmals ab Februar 2011 und Lkw, die erstmals im August 2012 in der EU zugelassen bzw. als Fahrzeugtyp genehmigt wurden.  Der Anbau ist an Kraftfahrzeugen zulässig, nicht jedoch z.B. bei Anhängern. Der von der Fahrzeuglängsmittelebene am weitesten entfernte Punkt der sichtbaren leuchtenden Fläche in Richtung der Bezugsachse darf nicht mehr als 400 mm vom äußersten Punkt der Gesamtbreite des Fahrzeugs entfernt sein. Der Abstand zwischen den Innenrändern der sichtbaren leuchtenden Fläche in Richtung der Bezugsachse muss mindestens 600 mm betragen. Dieser Abstand darf auf 400 mm verringert sein, wenn die Gesamtbreite des Fahrzeugs kleiner als 1 300 mm ist. Tagfahrleuchten sind mindestens 250 mm und höchstens 1 500 mm über dem Boden anzubringen. Soll die Tagfahrleuchte auch die Funktion der Begrenzungsleuchte übernehmen, ist eine Mindesthöhe von 350 mm einzuhalten; die Leuchtintensität wird dabei automatisch gedimmt. Die Anbringung ist an der Vorderseite des Fahrzeugs zulässig. Das ausgestrahlte Licht muss nach vorne wirken und darf den Fahrzeugführer weder direkt noch indirekt über die Rückspiegel und/oder andere spiegelnde Flächen des Fahrzeugs stören. Die geometrische Sichtbarkeit von Horizontal: nach außen 20° und nach innen 20°. Vertikal: nach oben 10° und nach unten 10° ist  einzuhalten. Die Tagfahrleuchte muss sich automatisch ausschalten, wenn die Scheinwerfer (Fahrlicht) einge-schaltet werden; dies gilt nicht, wenn mit den Scheinwerfern kurze Blinksignale gegeben werden (Warnlicht / Lichthupe). Eine manuelle Zuschaltung zum Abblendlicht ist unzulässig. Das Tagfahrlicht ist heller als die Leuchtkraft der Begrenzungsleuchten; ein Zusammenschalten ist unzulässig.  Ist das Tagfahrlicht eingeschaltet, darf dies dem Fahrer durch eine Kontrolleinrichtung angezeigt werden. Sind Tagfahrleuchten in Betrieb, müssen bei Tageslicht keine weiteren Leuchtquellen am Fahrzeug eingeschaltet sein, so z.B. auch nicht die Schlussleuchten (Verzicht auf Kombination). Bei schlechten Witterungs- und Sichtverhältnissen , bei Dämmerung oder bei Dunkelheit ist deshalb weiterhin das reguläre Fahrlicht oder die Zusatzbeleuchtung wie Nebelscheinwerfer und bei Sichtweiten unter 50 Meter die Nebelschlussleuchte einzuschalten. Die Lichtintensität der Tagfahrleuchten reicht nicht aus, das Abblendlicht zu ersetzen. Vorteilhaft ist das rechtzeitige Umschalten auf Abblendlicht durch einen speziellen Dämmerungsschalter. Achtung: Bei schlechten Sichtverhältnissen ist es zwingend erforderlich, dass das Fahrzeug rechtzeitig vom nachfolgenden Verkehr wahrgenommen wird. Ist lediglich das Tagfahrlicht in Betrieb, sind die Schlussleuchten an Kfz und Anhänger ausgeschaltet. Ist diesen Fällen muss mindestens das Abblendlicht eingeschaltet werden. Sind zwei Nebelscheinwerfer angebaut, dürfen diese zusammen mit dem Abblendlicht oder mit den Begrenzungsleuchten betrieben werden. Bei Krafträdern ohne Beiwagen darf der Nebelscheinwerfer alleine in Betrieb genommen werden.  Die Vorteile Aufgrund der speziellen lichttechnischen Eigenschaften von Tagfahrleuchten ist eine Blendwirkung des entgegenkommenden Verkehrs praktisch ausgeschlossen. Während Abblendlicht meist manuell geschaltet wird, sollen die Tagfahrleuchten automatisch an die Zündung des Fahrzeuges gekoppelt sein, um den Schutzzweck des Tagfahrlichtes zu jeder Zeit sicherzustellen. Das Auge des Menschen erkennt hell/dunkel-Kontraste früher und besser als bloße Farbunterschiede. Eine Lichtquelle erregt insbesondere in den seitlichen Sichtwinkeln des menschlichen Auges hohe Aufmerksamkeit. Wer Tagfahrleuchten einsetzt, reduziert auch den Verschleiß des Abblendlichtes. Die Hersteller von Tagfahrleuchten bieten Einbausätze zum Selbsteinbau an. Teilweise gewähren Kfz- Versicherungen beim Einbau spezieller Tagfahrleuchten Rabatte. Hinweise Um den bei eingeschalteter Beleuchtung entstehenden höheren Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, wurden inzwischen spezielle Tagfahrleuchten in herkömmlicher Lampentechnik und in der neuartigen LED-Bauweise entwickelt. Insbesondere die LED- Tagfahrleuchten zeichnen sich durch einen sehr niedrigen Energieverbrauch aus.                                                                                                                                                    Die BASt errechnete, dass Abblendlicht durchschnittlich 0,207 l/100 km und Tagfahrlicht nur 0,052 l/100 km (Ottomotor) mehr verbraucht. Für Einbau und Lichterset muss mit Kosten in Höhe von insgesamt etwa 250 € gerechnet werden. Tagfahrleuchten taugen aufgrund der geringen Leuchtkraft und der Lichtstreuung nicht als Fahrlicht. Tagfahrleuchten mit Genehmigungszeichen dürfen ohne Eintrag in die Fahrzeugpapiere oder Anbauabnahme durch Prüfingenieure nachgerüstet werden, sofern der Anbau fachmännisch erfolgt. Ein Eintrag in die Fahrzeugpapiere ist nicht erforderlich, wenn die Tagfahrleuchten über die genannten Prüfzeichen verfügen. Beleuchtungspflichten in anderen Ländern Grundsätzlich ist Abblendlicht auch am Tage erforderlich in: Estland, Litauen, Norwegen und Ungarn. Tagfahrlicht ist alternativ zum Abblendlicht zulässig in: mehreren skandinavischen Ländern, Frankreich, Österreich, Schweiz, Tschechien,  Italien. Lichtpflicht tagsüber ganzjährig Lichtpflicht tagsüber in einem bestimmten Zeitraum