E-Bikes / Pedelecs
Elektroräder – Zahlen/Trend Pedelecs und E-Bikes sind längst kein Nischenprodukt mehr, sondern prägen mittlerweile ganz selbstverständlich die Straßen und Radwege in Deutschland. Potentielle Zielgruppen für Hersteller und Händler sind nicht mehr „nur“ lebensältere Menschen. Durch eine riesige Produktpalette werden die Zielgruppen jünger und etwa das E-Mountainbike erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Aber auch immer mehr E-Lastenräder fahren auf Deutschlands Straßen. Im Jahr 2016 sind in Deutschland 605.000 Pedelecs und E-Bikes verkauft worden. Das ist ein Plus von 13%. Der Marktanteil dieser Elektroräder am Gesamtfahrradmarkt stieg damit auf 15%. Ihre Anzahl auf deutschen Straßen hat sich demnach auf geschätzte 3 Mio. Fahrzeuge erhöht. Nach Einschätzung des ZIV1 kann der Markt für diese modernen Fortbewegungsmittel in Deutschland mittelfristig auf einen jährlichen Anteil am Gesamtmarkt von 18-20% wachsen, langfristig kann sogar mit einem Marktanteil von 30% gerechnet werden. Dies unterstreicht ihre Bedeutung für die Individualmobilität in Freizeit und Alltag jetzt und in der Zukunft. Rund 98% aller verkauften Elektroräder sind „klassische“ Pedelecs, also Fahrzeuge mit einer Maximalgeschwindigkeit bis zu 25 km/h und einer Nenndauerleistung des Motors bis max. 250 Watt. Etwa 2% aller Verkäufe sind S-Pedelecs oder E-Bikes mit max. Geschwindigkeiten bis 45 km/h.  Insgesamt wird der Fahrradbestand in Deutschland aktuell auf ca. 73 Millionen Fahrzeuge geschätzt. Über 80 % der Haushalte in Deutschland besitzen mindestens ein Fahrrad. Unsere Informationen sind eine Bestandsaufnahme uns bekannter Fakten und dienen als Grundlage für die Beurteilung der Elektroräder nach geltenden verkehrsrechtlichen Vorschriften (Stand 10 - 2017). Gerne erhalten wir Ihre Anregungen und Hinweise an kev-bw@gib-acht-im-verkehr.de.   Begriffe Bezeichnungen wie Elektrofahrräder, Pedelecs, S-Pedelecs oder E-Bikes sind bislang weder national noch international beschrieben und lassen daher nicht auf deren verkehrsrechtliche Einstufung schließen. Darauf hat auch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hingewiesen. Häufig werden die Begriffe „Elektrofahrräder“ und „E-Bike“ im Sprachgebrauch synonym verwendet, aber nur Pedelecs sind Fahrräder i. S. des Straßenverkehrsgesetzes (StVG). Zum Begriff E-Bike gibt es nunmehr eine Definition zum Sinnbild gem. § 39 Abs. 7 Straßenverkehrsordnung (StVO). Wir verwenden als Oberbegriff für die beschriebenen Mobilitätsvarianten Pedelec, S-Pedelec und E-Bike den Begriff Elektroräder2  (E-Räder), um Verwechslungen innerhalb dieser Verkaufsbezeichnungen möglichst zu vermeiden. Elektroräder - Zuordnung im Überblick3  E-Räder, die nicht den Bedingungen nur beim Pedale treten unterstützt ein Elektromotor o mit max. 250 Watt Nenndauerleistung o bis max. 25 km/h  entsprechen (zum Beispiel höhere Nenndauerleistung oder höhere Geschwindigkeiten), fallen in den Anwendungsbereich der harmonisierten Vorschriften zur Typgenehmigung von zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen (EU-Verordnung Nr. 168/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Januar 2013 über die Genehmigung und Marktüberwachung von zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen Fahrzeugen) und sind als Kleinkrafträder bzw. Krafträder einzustufen. Wir beschränken uns nachfolgend auf weitere Informationen zu den verbreitetsten Varianten der Elektroräder. 1ZIV - der Zweirad-Industrie-Verband e.V. ist die nationale Interessenvertretung und Dienstleister der deutschen und internationalen Fahrradindustrie. Dazu gehören Hersteller und Importeure von Fahrrädern, Fahrradkomponenten, Zubehör und E-Bikes. Mehr Infos mit Zahlen unter www.ziv-zweirad.de 2nicht Elektrofahrräder, da das Fahrrad in § 63a Abs. 1 StVZO definiert ist (… ausschließlich durch Muskelkraft …) und damit als Oberbegriff auch für E-Bikes mit eigenständigem Antrieb ohne Muskelkraft u. E. nicht zutreffend ist. Elektrofahrrad kann als Begriff nach unserer Auffassung nur für das „klassische Pedelec“, das dem Fahrrad gleichgestellt ist, verwendet werden. 3Die weiteren (in den Fußnoten) aufgeführten Varianten sind kaum verbreitet.  4Eine S-Pedelec-Variante (L1e-A nach EU-VO 168/2013) hat max. 1000 Watt Nenndauerleistung des Elektromotors beim Pedale treten und leistet max. Tretunterstützung bis 25 km/h. Hauptzweck des Hilfsantriebs ist die Unterstützung der Pedalfunktion. 5Eine E-Bike-Variante als „Leichtmofa“ (L1e-B) mit Motorantrieb (ohne in die Pedale treten) schaltet sich bei einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h selbstständig ab. 6Möglich ist auch eine „Anfahrhilfe“ (keine Tretunterstützung - Steuerung mit Knopfdruck) bis in den Bereich von 20 km/h. 7Bundesrats-Drucksache 332/16 vom 15.06.2016 zur Begründung der Freigabe geeigneter Radwege für E-Bikes (§ 39 Abs. 7 StVO). 8Eine S-Pedelec-Variante (L1e-A nach EU-VO 168/2013) hat max. 1000 Watt Nenndauerleistung des Elektromotors beim Pedale treten und leistet max. Tretunterstützung bis 25 km/h. Hauptzweck des Hilfsantriebs ist die Unterstützung der Pedalfunktion. Erforderlich ist dann eine Mofa-Prüfbescheinigung für Personen, die nach dem 01.04.65 geboren sind (Einspurige Fahrräder mit Hilfsmotor oder Kleinkrafträder mit bbH maximal 25 km/h, mit Verbrennungsmotor bis 50 cm3 Hubraum oder Elektromotor - auch mehrsitzig). 9Eine E-Bike-Variante (L1e-B nach EU-VO 168/2013) hat eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h („Leichtmofa- Klasse“). Erforderlich ist dann eine Mofa-Prüfbescheinigung. Es besteht Versicherungspflicht (Versicherungs- kennzeichen), aber keine Helmpflicht.
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1 Pedelec (dem Fahrrad gleichgestellt) o	max. 250 Watt Nenndauerleistung des Elektromotors beim Pedale treten o	max. Tretunterstützung bis 25 km/h o	Anfahr- und Schiebehilfe (ohne Pedale treten) bis 6 km/h 2 S-Pedelec (leichtes zweirädriges Kraftfahrzeug)8 o	Tretunterstützung bis max. 45 km/h  3
E-Bike (Zweirädriges Kleinkraftraf - “Moffaklasse”)9 o Höchstgeschwindigkeit 25 km/h o Motorantrieb ohne in die Pedale zu treten