E-Bikes / Pedelecs
E-Bikes, Pedelecs & Co. “Fahrräder mit eingebautem Rückenwind” „Tanken für 0,10 Euro auf 100 Kilometern - ein Traum jedes Autofahrers – und das wird er sicher auch bleiben. Für Freunde von Elektrofahrrädern aber ist er längst Realität. Denn das Fahrrad von heute hat den Rückenwind gleich eingebaut. Vorbei sind die Zeiten des mühsamen Strampelns. Jetzt schiebt ein Elektromotor auch den Unsportlichsten nach vorn. Pedelecs heißen die modernen Fahrräder, deren Elektro-motor sich unterstützend zuschaltet, sobald der Fahrer in die Pedale tritt.“ (WDR Köln) „Dank der Akku-Unterstützung fahren sich jetzt auch voll bepackte Lastenräder superleicht. Falträder lassen sich handlich und kompakt im Kofferraum transportieren und die Besitzer müssen trotzdem nicht auf den Motor verzichten. Überhaupt wird das Radfahren in der Zukunft kinderleicht und extrem bequem, dank elektronischer Schalt-, Federungs- und Dämpfungstechnik. Die Mobilität auf zwei Rädern, ob beim harten Einsatz am Berg, bei der schnellen Rennrad-Fahrt oder auf der bequemen Büro-Tour, rollt auf der Überholspur.“ (www.eurobike-show.de – 2012) Unseren Folder E-Bikes, Pedelecs & Co. und das ergänzende Einlegeblatt für Senioren  finden Sie hier Die Fakten (Quelle: Zweiradindustrieverband / ZIV) verkaufte Pedelecs  /  E-Bikes 2012  = 380.000  verkaufte Pedelecs / E-Bikes 2013 = 410.000 – zunehmend interessieren sich auch junge Menschen für elektroangetriebene Fahrräder. Sie verkaufen sich inzwischen auch auf dem Land sehr gut. In der Stadt ist häufig die Abstellthematik ein Problem Marktanteil Pedelecs / E-Bikes am Gesamt-Fahrradmarkt 2011 =   8 %  Marktanteil Pedelecs / E-Bikes am Gesamt-Fahrradmarkt 2012 = 10 % Marktanteil Pedelecs / E-Bikes am Gesamt-Fahrradmarkt 2013 = 11 % Ziel sind laut ZIV 15% Marktanteil per Ende 2013 waren 1,6 Mio E-Bikes und Pedelecs auf deutschen Straßen unterwegs der Anteil der als Fahrräder anerkannten Pedelecs, also versicherungsfrei, zulassungsfrei und ohne Führerschein und Mofaprüfbescheinigung nutzbar sowie auf dem Fahrradweg erlaubt, bleibt bei rund 95% 5% Marktanteil der zulassungspflichtigen E-Bikes mit größeren Leistungen spielen in der Berichter- stattung der Medien weiter, gerade auf Grund modernen und sportlichen Designs und angedachter Benutzung als Sportgeräte oder für Business, eine große Rolle. Grundsätzlich steht bei den Nutzern pedalbetriebener elektrischer Fahrräder deren aktivierende Unterstützung beim Fahrradfahren im Vordergrund. Deshalb sind insbesondere auch lebens-ältere Menschen eine potentielle Zielgruppe für Hersteller und Händler.                                                                                   Verunsicherung bei Nutzern, Interessenten und teilweise auch bei Anbietern besteht insbesondere zur fraglichen Zulassungs-, Fahrerlaubnis- und Helmpflicht in Zusammenhang mit dem Betrieb von Elektrorädern. Unsere nachfolgenden Ausführungen sind eine Bestandsaufnahme uns bekannter Informationen und dienen als Grundlage für die Beurteilung der Elektroräder nach geltenden verkehrsrechtlichen Vorschriften (Stand 08 - 2014). Gerne nehmen wir Ihre Anregungen zur Fortschreibung dieser Information auf und danken Ihnen vorab für Ihre Hinweise an kev-bw@gib-acht-im-verkehr.de im Sinne einer gemeinsamen Verkehrssicherheitsarbeit. Zur aktuellen Rechtslage Mit dem Gesetz zur Änderung des Güterkraftverkehrsgesetzes und anderer Gesetze vom 17. Juni  2013 (Quelle: Bundesgesetzblatt Jahrgang 2013 Teil I Nr. 29, ausgegeben zu Bonn am 20. Juni 2013) hat der Bundestag in Artikel 5 die Änderung des Straßenverkehrsgesetzes – mit dem zusätzlichen Absatz 3 zu § 1 des Straßenverkehrsgesetzes – beschlossen. Hier der komplette Gesetzestext zur aktuellen Rechtslage (seit 20.06.2013) inkl. zusätzlicher Abs. 3 StVG: Straßenverkehrsgesetz § 1 Zulassung (1) Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger, die auf öffentlichen Straßen in Betrieb gesetzt werden sollen, müssen von der zuständigen Behörde (Zulassungsbehörde) zum Verkehr zugelassen sein. Die Zulassung erfolgt auf Antrag des Verfügungsberechtigten des Fahrzeugs bei Vorliegen einer Betriebserlaubnis, Einzelgenehmigung oder EG-Typgenehmigung durch Zuteilung eines amtlichen Kennzeichens. (2) Als Kraftfahrzeuge im Sinne dieses Gesetzes gelten Landfahrzeuge, die durch Maschinenkraft bewegt werden, ohne an Bahngleise gebunden zu sein. (3) Keine Kraftfahrzeuge im Sinne dieses Gesetzes sind Landfahrzeuge, die durch Muskelkraft fortbewegt werden und mit einem elektromotorischen Hilfsantrieb mit einer Nenndauerleistung von höchstens 0,25 kW ausgestattet sind, dessen Unterstützung sich mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit progressiv verringert und 1. beim Erreichen einer Geschwindigkeit von 25 km/h oder früher, 2. wenn der Fahrer im Treten einhält, unterbrochen wird.   Satz 1 gilt auch dann, soweit die in Satz 1 bezeichneten Fahrzeuge zusätzlich über eine elektromotorische Anfahr- oder Schiebehilfe verfügen, die eine Beschleunigung des Fahrzeuges auf eine Geschwindigkeit von bis zu 6 km/h, auch ohne gleichzeitiges Treten des Fahrers, ermöglicht. Für Fahrzeuge im Sinne der Sätze 1 und 2 sind die Vorschriften über Fahrräder anzuwenden. Damit wurde die vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in der Bekanntmachung Nr. 193 zur verkehrsrechtlichen Einstufung von Elektrofahrrädern vom 23. Oktober 2012, LA 20/7342.1/40 (VkBl. 2012, S. 848), angekündigte Rechtsänderung herbeigeführt, durch die vorgenannte Elektrofahrräder auch dann verkehrsrechtlich Fahrrädern gleichgestellt sind, wenn diese zusätzlich über eine sogenannte elektromotorische Anfahr- oder Schiebehilfe verfügen, die eine Beschleunigung des Fahrzeuges auf eine Geschwindigkeit von bis zu 6 km/h, auch ohne gleichzeitiges Treten des Fahrers, ermöglicht. Bei deren Nutzung besteht keine Versicherungs- und Schutzhelmtragepflicht. Zum Betrieb dieser Fahrzeuge ist zudem keine Fahrerlaubnis oder Mofa-Prüfbescheinigung erforderlich. Elektrofahrzeuge – Typen/Begriffe Light Electric Vehicles (LEV) Elektro-Leichtfahrzeuge muskel-elektrisch und rein-elektrisch Die Elektro-Leichtfahrzeuge dienen Fortbewegung, Transport, Sport und Freizeit und können auch Arbeitsgeräte sein. Bilder: Fahrrad-Forum ((Susanne Brüsch) Es mangelt noch an definierten Merkmalen, die angesichts der Vielzahl von unterschiedlichen Leistungs- und Antriebsmodellen eine eindeutige begriffliche Zuordnung der Elektrofahrräder im öffentlichen Sprachgebrauch ermöglicht. Wir verwenden nachfolgend die inzwischen gängigsten Begriffe für die verschiedenen Fahrzeugvarianten. Unterteilung der Elektrofahrräder unter dem Oberbegriff E-Bikes in Bei nahezu allen Modellen kann die Unterstützungsleistung des elektrischen Antriebs separat gesteuert werden. Pedelec - Begriff Pedelec ist ein Fahrrad mit Elektro-Motor. Die rechtliche Einordnung richtet sich nach der Leistung des Motors und die mit elektrischer Unterstützung erreichbare Höchstgeschwindigkeit.   Das durch Muskelkraft des Fahrers angetriebene Fahrrad erhält beim Treten der Pedale batteriegespeiste Unterstützung*. Der Begriff ist eine Abkürzung von „Pedal Electric Cycle“. Pedelec - Wirkungsweise Die Leistung des Elektromotors wird abgerufen, sobald der Fahrer in die Pedale tritt.   Ohne Tretkurbelbewegung bleibt der Motor wirkungslos.* Sensoren messen die aktuelle Fahrgeschwindigkeit anhand der Kurbelwellenumdrehungen. Elektronische Steuerelemente errechnen je nach Kurbelwellendrehzahl oder Tretkraft des Fahrers, welche Leistung von dem eingebauten Akkumulator zur Tretunterstützung benötigt wird. Je nach Fahrgeschwindigkeit unterstützt der Elektromotor die Fahrbewegung. Bei drohender Überlastung oder Überhitzung des Motors schaltet dieser automatisch ab. *Mit Ausnahme einer zusätzlichen elektromotorischen Anfahr- oder Schiebehilfe, die eine Beschleunigung des Fahrzeuges auf eine Geschwindigkeit von bis zu 6 km/h, auch ohne gleichzeitiges Treten des Fahrers, ermöglicht (neu - § 1 Abs. 3 StVG Pedelec - Unterschiede in der Motorsteuerung Sensoren messen die vom Fahrer aufgebrachte Tretkraft und geben hierzu bis zu einem bestimmten Prozentsatz elektrisch erzeugte Motorkraft hinzu. Der Fahrer kann hierbei sehr individuell die Fahrgeschwindigkeit bestimmen. Die Motorkraft kann je nach Modell entweder in unterschied-lichen Leistungsstufen oder stufenlos durch  den Fahrer zugefügt werden. Die Voreinstellung erfolgt per Lenker-Drehgriff oder mit Impuls-schaltung. Wie viel Leistung der Elektromotor zur Unterstützung seiner Muskelkraft liefert, entscheidet die Fahrerin/der Fahrer per Knopfdruck oder Drehgriff am Lenker. Bei beiden Steuerungsarten wird jeweils nur die Leistung des Fahrers bis zu einer bestimmten Fahrgeschwindigkeit ergänzt bzw. unterstützt, solange der Fahrer in die Pedale tritt. Die meisten Motortypen nutzen inzwischen die beim Bremsen erzeugte Energie und speisen diese wieder in die Akkumulatoren ein. Je nach Modell wird die Kraft des Motors auf das Vorderrad, das Hinterrad oder auf die Kurbelwelle übertragen. In Abhängigkeit von Krafteinsatz des Fahrers, gewählter Fahrgeschwindigkeit, Topografie, Akkukapazität, Fahrbahnbeschaffenheit, Luftwiderstand oder tatsächlicher Gesamtmasse des Fahrrades reicht die Kraftunterstützung des Motors für Wegstrecken bis zu 100 km. Pedelec - Trends Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine – ein pulsgesteuertes Pedelec soll vor Überlastung schützen! (Quelle: dpa-Meldung 04-2013) Das nach eigenen Angaben des Herstellers weltweit erste pulsgesteuerte Pedelec ist 2013 auf den Markt gekommen. Ein Brustgurt misst kontinuierlich den Puls des Radlers und übermittelt die Werte drahtlos an das Fahrrad. Wenn der Fahrer seinen voreingestellten Trainings-Pulsbereich überschreitet, schaltet sich der Elektromotor zur Unterstützung zu. Das ermöglicht dem Hersteller zufolge ein gezieltes Gesundheitstraining und schützt den Radler vor Überbelastung.
Pedelecs (Fahrzeuge gem. § 1 Abs. 3 StVG) nur beim Pedal treten unterstützt ein Motor mit max. 250 Watt bis max. 25 km/h (inkl. Anfahr- und Schiebehilfe = ohne Pedal treten bis max. 6 km/h)
schnelle Pedelecs (S-Pedelecs) Fahrzeuge, deren Elektromotor beim Pedal treten mit höheren Leistungswerten unterstützt oder alternativ auch gänzlich ohne Pedalunterstützung, nur mit elektrischer Energie, gefahren werden können
Bild: pixelio.de / Michael Möller
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