Fahrrad
Verhaltensvorschriften – Empfehlungen – Unfallgefahren Straßenbenutzung Wenn keine gesonderte Beschilderung vorhanden ist, dürfen Radfahrer die Fahrbahn benutzen. Dabei sollten sie rechts mit ausreichendem Abstand (ca. 80 -100 cm) zum Fahrbahnrand fahren. Um den Radverkehr vom übrigen Verkehr zu trennen, werden Radfahrstreifen oder Schutzstreifen mit oder ohne farbliche Kennzeichnung markiert. In der Regel müssen Radfahrer hintereinander fahren. Nebeneinander dürfen sie nur fahren, wenn sie dabei den Verkehr nicht behindern oder einen Verband von mehr als 15 Personen bilden oder auf Fahrradstraßen unterwegs sind. Grundregeln (für Radfahrer) aus § 2 StVO (Straßenbenutzung – Auszüge) Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte. Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn. Es ist möglichst weit rechts zu fahren, nicht nur bei Gegenverkehr, beim Überholtwerden, an Kuppen, in Kurven oder bei Unübersichtlichkeit. Mit Fahrrädern muss einzeln hintereinander gefahren werden; nebeneinander darf nur gefahren werden, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird. Eine Pflicht, Radwege in der jeweiligen Fahrtrichtung zu benutzen, besteht nur, wenn dies durch Zeichen 237, 240 oder 241 angeordnet ist. Rechte Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen benutzt werden. Linke Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen nur benutzt werden, wenn dies durch das allein stehende Zusatzzeichen "Radverkehr frei" angezeigt ist. Wer mit dem Rad fährt, darf ferner rechte Seitenstreifen benutzen, wenn keine Radwege vorhanden sind und zu Fuß Gehende nicht behindert werden. Überholen und Vorbeifahren Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere zu Fußgängern und Radfahrern, eingehalten werden. Werden Radfahrer überholt, muss ein Seitenabstand von 1,5 bis 2 Metern und bei Kindern, die eine Bergstrecke befahren, von 2 Metern eingehalten werden. Je unsicherer die Radfahrer sind oder je unberechenbarer die Situation ist, desto größer muss der Seitenabstand sein.                                                        Auch Radfahrer sollten genügend Seitenabstand, insbesondere zu Lkw und Bussen halten, da diese oft unvermittelt ausschwenken. Sie sollten auch an parkenden Fahrzeugen mit ausreichendem Seitenabstand vorbeifahren, um plötzlich aufgehenden Türen ausweichen zu können. Sie können vorher beobachten, ob sich Insassen im  parkenden Fahrzeug befinden, bremsbereit sein und mindestens einen Meter Abstand zu parkenden Autos einhalten. Assistenzsysteme, die den Autofahrer beim Öffnen der Türe vor herannahenden Fahrzeugen warnen, sollen diese Gefahr verringern. Autofahrer können schon jetzt etwas tun, nämlich die Fahrertür immer mit der rechten Hand öffnen. Somit macht der Fahrer zwangsläufig noch einen Schulterblick und kann herannahende Radfahrer erkennen, die sich im Toten Winkel des Spiegels befinden. Beim Vorbeifahren – möglicher Türcrash (UDV - Unfallforschung der Versicherer) „Wenn das Fahrrad in die Autotür kracht“ – Unfälle sind meist schwer, aber oft vermeidbar  Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=MB9VT_0B26M  Unfälle, bei denen Radfahrer in eine sich öffnende Autotür fahren, passieren vergleichsweise selten, sind aber häufig sehr schwer. Das hat eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) auf Basis der eigenen Unfalldatenbank ergeben. Danach kollidierte bei rund jedem 14. Pkw/Radfahrer-Unfall (7 Prozent) ein Radler mit einer sich öffnenden Autotür, meist der Fahrertür. Rund jeder fünfte dieser Unfälle endete mit einer schweren Verletzung für den Radfahrer. Meist sind es Kopfverletzungen und Verletzungen der Beine (je 40 Prozent). Auf einem breiten Radweg dürfen sich Radfahrer überholen, wenn sie dies möglichst durch Klingeln angezeigt haben und sicher sind, dass der Vorausfahrende das Signal gehört hat. Rechtsüberholen mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht ist dann erlaubt, wenn Fahrzeuge auf dem rechten Fahrstreifen warten und ausreichender Raum vorhanden ist (ca. 1 m zwischen Bordsteinkante und wartendem Fahrzeug).  Grundregeln aus § 5 StVO (Überholen – Auszüge) Es ist links zu überholen.  Überholen darf nur, wer übersehen kann, dass während des ganzen Überholvorgangs jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist. Überholen darf ferner nur, wer mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als der zu Überholende fährt. Das Überholen ist unzulässig: bei unklarer Verkehrslage oder wenn es durch ein angeordnetes Verkehrszeichen (Zeichen 276, 277) untersagt ist. Wer zum Überholen ausscheren will, muss sich so verhalten, dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist. Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere zu den zu Fuß Gehenden und zu den Rad Fahrenden, eingehalten werden. Wer überholt, muss sich so bald wie möglich wieder nach rechts einordnen. Wer überholt, darf dabei denjenigen, der überholt wird, nicht behindern. Ist ausreichender Raum vorhanden, dürfen Rad Fahrende und Mofa Fahrende die Fahrzeuge, die auf dem rechten Fahrstreifen warten, mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht rechts überholen. Vorfahrt Vorfahrtsregeln gelten für Fahrzeuge, also auch für Radfahrer, nicht aber für Fußgänger. Dies bezieht sich nicht nur auf die Fahrbahn, sondern auch auf die parallel zur Fahrbahn verlaufenden Radwege. Grundregeln aus § 8 StVO (Vorfahrt) An Kreuzungen und Einmündungen hat die Vorfahrt, wer von rechts kommt. Das gilt nicht, wenn die Vorfahrt durch Verkehrszeichen besonders geregelt ist (Zeichen 205, 206, 301, 306) oder für Fahrzeuge, die aus einem Feld- oder Waldweg auf eine andere Straße kommen. Ist an der Einmündung in einen Kreisverkehr Zeichen 215 (Kreisverkehr) unter dem Zeichen 205 (Vorfahrt gewähren) angeordnet, hat der Verkehr auf der Kreisfahrbahn Vorfahrt. Bei der Einfahrt in einen solchen Kreisverkehr ist die Benutzung des Fahrtrichtungsanzeigers unzulässig. Wer die Vorfahrt zu beachten hat, muss rechtzeitig durch sein Fahrverhalten, insbesondere durch mäßige Geschwindigkeit, erkennen lassen, dass gewartet wird. Es darf nur weitergefahren werden, wenn übersehen werden kann, dass wer die Vorfahrt hat, weder gefährdet noch wesentlich behindert wird. Kann das nicht übersehen werden, weil die Straßenstelle unübersichtlich ist, so darf sich vorsichtig in die Kreuzung oder Einmündung hineingetastet werden, bis die Übersicht gegeben ist. Wer die Vorfahrt hat, darf auch beim Abbiegen in die andere Straße nicht wesentlich durch den Wartepflichtigen behindert werden. Geschwindigkeit Radfahrer müssen ihr Rad ständig beherrschen und die Geschwindigkeit der jeweiligen Situation anpassen. Auf freigegebenen Gehwegen oder in verkehrsberuhigten Bereichen  (Spielstraße) gilt Schrittgeschwindigkeit.  Eine mit Verkehrszeichen angeordnete Höchstgeschwindigkeit gilt auch für Radfahrer. Die allgemeinen Geschwindigkeitsregeln, wie z.B. 50 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften, gelten nur für Kraftfahrzeuge, also nicht für Radfahrer. Grundregeln aus § 3 StVO (Geschwindigkeit – Auszüge) Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen. Wer ein Fahrzeug führt, muss sich gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt auch unter günstigsten Umständen innerhalb geschlossener Ortschaften für alle Kraftfahrzeuge 50 km/h, … Handzeichen Durch nachlässiges Verhalten beim Abbiegen bringen sich viele Fahrradfahrer in Gefahr: Sie verzichten auf das Handzeichen. Doch so wie motorisierte Verkehrsteilnehmer beim Spurwechsel oder Abbiegen blinken müssen ist der rechtzeitige und unmissverständliche Wink mit der Hand für Radler Pflicht. Wer abbiegen will, muss dies rechtzeitig und deutlich ankündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen. Bei Radlern sind dies die Hände - Blinker am Fahrrad sind verboten. Bild: GIB ACHT IM VERKEHR Grundregeln aus § 9 StVO (Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren – Auszüge) Wer abbiegen will, muss dies rechtzeitig und deutlich ankündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen. Wer nach rechts abbiegen will, hat sein Fahrzeug möglichst weit rechts, wer nach links abbiegen will, bis zur Mitte, auf Fahrbahnen für eine Richtung möglichst weit links, einzuordnen, und zwar rechtzeitig. Wer nach links abbiegen will, darf sich auf längs verlegten Schienen nur einordnen, wenn kein Schienenfahrzeug behindert wird. Vor dem Einordnen und nochmals vor dem Abbiegen ist auf den nachfolgenden Verkehr zu achten; vor dem Abbiegen ist es dann nicht nötig, wenn eine Gefährdung nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist. Wer mit dem Fahrrad nach links abbiegen will, braucht sich nicht einzuordnen, wenn die Fahrbahn hinter der Kreuzung oder Einmündung vom rechten Fahrbahnrand aus überquert werden soll. Beim Überqueren ist der Fahrzeugverkehr aus beiden Richtungen zu beachten. Wer über eine Radverkehrsführung abbiegt, muss dieser im Kreuzungs- oder Einmündungsbereich folgen.  Wer abbiegen will, muss entgegenkommende Fahrzeuge durchfahren lassen, Schienenfahrzeuge, Fahrräder mit Hilfsmotor und Fahrräder auch dann, wenn sie auf oder neben der Fahrbahn in der gleichen Richtung fahren. Dies gilt auch gegenüber Linienomnibussen und sonstigen Fahrzeugen, die gekennzeichnete Sonderfahrstreifen benutzen. Auf zu Fuß Gehende ist besondere Rücksicht zu nehmen; wenn nötig, ist zu warten. Wer nach links abbiegen will, muss entgegenkommende Fahrzeuge, die ihrerseits nach rechts abbiegen wollen, durchfahren lassen. Einander entgegenkommende Fahrzeuge, die jeweils nach links abbiegen wollen, müssen voreinander abbiegen, es sei denn, die Verkehrslage oder die Gestaltung der Kreuzung erfordern, erst dann abzubiegen, wenn die Fahrzeuge aneinander vorbeigefahren sind. Abbiegen durch Radfahrer Abbiegen nach links Das Abbiegen ist rechtzeitig und deutlich anzukündigen. Vor dem Einordnen und nochmals vor dem Abbiegen ist auf den nachfolgenden Verkehr zu achten (doppelte Rückschaupflicht). Radfahrer, die links abbiegen wollen, müssen den entgegenkommenden und den nachfolgenden Verkehr im Auge behalten. Dabei können sie sich zwischen zwei Alternativen entscheiden: Beim „direkten Abbiegen“ kann der Radfahrer auf direktem Wege links abbiegen und sich, falls ausreichend Platz vorhanden ist, rechts von anderen Linksabbiegern einordnen. Sofern eine Radverkehrsführung vorliegt, muss er dieser an Kreuzungen und Einmündungen folgen. Beim „indirekten Abbiegen“ kann der Radfahrer auch zum Linksabbiegen zuerst geradeaus über die Kreuzung oder Einmündung fahren und sie dann vom rechten Fahrbahnrand aus überqueren. Dabei muss der Fahrverkehr aus beiden Richtungen beachtet werden. Bild: GIB ACHT IM VERKEHR Abbiegen durch Auto-/Lkw-Fahrer Wer rechts abbiegen will, muss Fahrräder, die auf oder neben der Fahrbahn in die gleiche Richtung fahren, durchfahren lassen. Dies gilt auch für Fußgänger. Wichtig für Auto- und LKW-Fahrer ist vor und beim Abbiegen der „Schulterblick“, um etwa Radfahrer oder Fußgänger zu sehen. Vor dem Abbiegen hat man Radfahrer oder Fußgänger rechts daneben bereits „im Auge“, sofern sie nicht durch parkende Fahrzeuge usw. verdeckt werden. Radfahrer oder Fußgänger, die nicht sicher sind, ob sie gesehen werden oder sich gar im „toten Winkel“ des abbiegenden Fahrzeugs befinden, verhalten sich defensiv und nehmen möglichst Blickkontakt mit dem Fahrer/der Fahrerin auf. Sie müssen unbedingt auf die Blinkzeichen des Fahrzeugs achten, notfalls anhalten für den Fall, dass sie vom Führer des abbiegenden Fahrzeuges nicht gesehen werden, Bereiche, die vom Fahrer nicht einzusehen sind, befinden sich im TOTEN WINKEL.  Dieses Phänomen ist zwar den meisten Lkw- oder Busfahrern, häufig aber nicht den Fußgängern und Radfahrern bekannt. Da Lkw-Fahrer durch das Führerhaus noch größere Schwierigkeiten haben, rechtsfahrende Radfahrer rechtzeitig zu erkennen, bieten erste Hersteller sog. „Tote-Winkel-Assistenten“ an. Bild: Kinder-Unfallhilfe e.V. Abbiegeunfälle LKW mit Radfahrern Besonders schwer und tragisch verlaufen Unfälle zwischen rechtsabbiegenden Lkw und Rad-fahrern, die meist innerorts und an Kreuzungen oder Einmündungen passieren - und das trotz Ampel oder Radfahrerfurt. Häufig werden die Radfahrer vom Lkw überrollt. Deshalb ist auch der Anteil der getöteten Radfahrer bei diesen Unfällen sehr hoch. Der Unfallverband der Versicherer (UDV) fordert deshalb einen wirksamen elektronischen Abbiegeassistenten für Lkw, der den Fahrer bei Anwesenheit eines Radfahrers neben dem Lkw warnt. Als Übergangslösung für bestehende Fahrzeuge können Kamera-Monitor- Systeme den Lkw-Fahrer unterstützen. Radwege müssen im Einmündungsbereich direkt an der Fahrbahn geführt werden. UDV-Video zu Abbiegeunfällen LKW mit Radfahrern Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=UTJu13akhgE&feature=em-subs_digest Erklär-Video des ADAC „Gefahren im Verkehr – der TOTE WINKEL“ Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=m3_VXwbFeD0  Sehen und gesehen werden – wohl nirgendwo sonst ist diese Devise wichtiger als beim Aufeinandertreffen von Lkw mit Radfahrern und Fußgängern in Kreuzungsbereichen. Übersieht ein Trucker beim Abbiegen die schwächeren Verkehrsteilnehmer im toten Winkel, können die Folgen katastrophal sein. Sichtbarkeit Zu einem verkehrssicheren Rad gehört auch eine funktionierende Beleuchtung. Achten Sie deshalb bereits beim Kauf des Fahrrads auf eine robuste und zuverlässige Beleuchtung! Ihre Fahrradbeleuchtung sollten Sie regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüfen. Sehen, mit der Fahrradbeleuchtung, und gesehen werden, etwa mit reflektierenden Kleidungsstücken, ist insbesondere für die Verkehrsteilnehmer „ohne Knautschzone“ wie Radfahrer und Fußgänger (über-)lebenswichtig! Ablenkung - sonstige Pflichten Für Radfahrer gelten die gleichen Pflichten wie für den übrigen Fahrverkehr. Die Sicht und das Gehör dürfen nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand beeinträchtigt sein. Kopfhörer mit lauter Musik oder Handynutzung sind tabu, denn Geräusche können nicht mehr richtig wahrgenommen werden und die Ablenkung ist so intensiv, dass bei veränderten Verkehrssituation gar nicht oder nur verspätet reagiert werden kann. Das Anhängen an Fahrzeuge oder freihändiges Fahren ist nicht erlaubt. Die Füße dürfen vom Pedal oder den Fußrasten nur genommen werden, wenn es der Straßenzustand (z. B. Glätte) erfordert. Kindertransport Auf Fahrrädern dürfen nur Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr von mindestens 16 Jahre alten Personen mitgenommen werden, wenn für die Kinder besondere Sitze vorhanden sind und durch Radverkleidungen oder gleich wirksame Vorrichtungen dafür gesorgt ist, dass die Füße der Kinder nicht in die Speichen geraten können. Hinter Fahrrädern dürfen in Anhängern, die zur Beförderung von Kindern eingerichtet sind, bis zu zwei Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr von mindestens 16 Jahre alten Personen mitgenommen werden. Die Begrenzung auf das vollendete siebte Lebensjahr gilt nicht für die Beförderung eines behinderten Kindes. Mitführen von Tieren Von Fahrrädern aus dürfen nur Hunde geführt werden. Wenn Hunde auf Straßen mit mäßigem Verkehr nicht an der Leine, sondern durch Zuruf und Zeichen geführt werden und gehorchen, ist das in der Regel nicht zu beanstanden. Eine Einwirkungsmöglichkeit setzt aber voraus, dass sich der Hund noch im Blickfeld der Person befindet. Größere, schnell laufende Hunde dürfen von Fahrrädern aus geführt werden, soweit es mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist. Tierquälerei ist zwingend auszuschließen. Halten – Parken – Abstellen Kraftfahrzeuge dürfen nicht auf Radwegen halten oder parken. Das gilt auch für nicht benutzungspflichtige Radwege, Radfahrstreifen und Gehwege, die für den Radverkehr freigegeben sind. Auch auf Schutzstreifen darf nicht geparkt werden. Schutzstreifen dürfen von anderen Verkehrsteilnehmern nur noch bei Bedarf, also z. B. zum Erreichen von Parkflächen oder zum Ausweichen bei Gegenverkehr, über- bzw. befahren werden. Fahrräder dürfen auf fast allen Nebenanlagen abgestellt werden, sofern dadurch niemand behindert wird. Sollte das Rad am rechten Fahrbahnrand abgestellt werden, ist es nachts zu beleuchten. Alkohol – Drogen Bei den Straftaten nach § 315 c (Gefährdung des Straßenverkehrs) und § 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr) sind die Führer von Fahrzeugen, also auch von Fahrrädern, angesprochen. Ab einem Blutalkoholwert von 0,3 Promille  begeht also auch ein Radfahrer  bereits eine Straftat, wenn bei ihm Fahrauffälligkeiten festgestellt werden oder infolge des Alkoholgenusses gar ein Unfall passiert. Ab einem Promillewert von 1,6 (bei Kraftfahrzeugführern ab 1,1 Promille) wird auch ein Radfahrer grundsätzlich als absolut fahruntüchtig eingestuft. Dem Radfahrer kann der Führerschein entzogen werden, wenn die Behörde der Ansicht ist, dass er nicht mehr geeignet ist, ein führerscheinpflichtiges Kraftfahrzeug zu lenken. Zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis kann eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet werden. Für Fahrerinnen und Fahrern von S-Pedelecs (Kraftfahrzeuge) gelten die gleichen Grenzwerte wie bei anderen Kraftfahrzeuglenkern. Hier kann ein Verstoß bereits bei einem Blutalkoholwert von 0,5 Promille oder einem Atemalkoholwert von 0,25 mg/l vorliegen. Bei Fahrunsicherheit durch Drogenkonsum wird analog zum Alkoholkonsum verfahren. Es gibt jedoch keine Grenzwerte.
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