Motorradhelm
Kluge Köpfe schützen sich. Ein guter Motorradhelm nützt und schützt!
§ 21a (2) StVO: „Wer Krafträder oder offene drei- oder mehrrädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstge-schwindigkeit von über 20 km/h führt sowie auf oder in ihnen mitfährt, muss während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen. Dies gilt nicht, wenn vorgeschriebene Sicherheitsgurte angelegt sind.“ Mit dieser aktuell gültigen Vorschrift wurde die ursprünglich geltende Regelung der StVO, in Deutschland für Motorradfahrer und Mitfahrer das Tragen von geprüften und entsprechend gekennzeichneten Motorradschutzhelmen explizit vorzuschreiben, zunächst aufgegeben. Demzufolge dürfen derzeit auch Schutzhelme getragen werden, die nicht als offensichtlich ungeeignet einzustufen sind. Geeignet für Fahrer oder Mitfahrer im motorisierten Zweiradverkehr sind Helme, die eine amtliche Genehmigung nach ECE-Richtlinie Nr. 22 nachweisen können und entsprechend produziert wurden, sowie Helme mit offensichtlich ausreichender Schutzwirkung.  Keinen ausreichenden Schutz bieten z.B. Feuerwehrhelme, Bauhelme, Fahrradhelme, Bundeswehrhelme oder Helme von Rettungsdiensten. Sogenannte Braincaps können den Eignungsnachweis regelmäßig nicht erbringen; diese Helme sind damit grundsätzlich ungeeignet!   Die Kriterien für eine ausreichende Schutzwirkung (Eignung) sind z.B. durch ordnungsgemäß angebrachte Genehmigungszeichen nach ECE-R Nr. 22 nachgewiesen. Getestet werden Stoßfestigkeit, Gestaltfestigkeit und Trageeinrichtung. Schutzhelme, die dieses Genehmigungszeichen nicht aufweisen, können einer Einzelfallprüfung unterzogen werden. Da Motorradhelme seit 2004 im Europäischen Wirt-schaftsraum grundsätzlich den Prüfroutinen der aktuell geltenden ECE R Nr. 22.05  entsprechen müssen, orientiert sich der Eignungsnachweis von Helmen ohne entsprechende Genehmigungszeichen grundsätzlich an den dort genannten Prüfkriterien. Es ist bekannt, dass in einigen europäischen Ländern das Tragen von Helmen mit älteren Prüfsiegeln (z.B. ECE R Nr. 22.04) beanstandet wird. Prüfroutine und Prüfsiegel nach ECE R Nr. 22.05 Nach dieser Richtlinie sind zu prüfen:
Seitenfestigkeit:  Durchdringungsfestigkeit:   Helmsicherung:  Stoßdämpfung:                       Visiere: Rotationsbeschleunigung: Etikette/Prüfsiegel:           
Oberfläche der Helmschale. Diese muss so beschaffen sein, dass diese beim Aufschlag auf Asphalt gleitet und nicht verkantet. Ferner wird die Innendämmung auf Größe, Form und Eignung geprüft. Nachweis der Verformungssteifigkeit und Stabilität der Außenschale beim Aufschlag auf scharfkantige Körper (Bordstein) und Test der chemischen Widerstandskraft.  Die Außenschale übernimmt bei genehmigten bzw. geeigneten Schutzhelmen nur ca. 5 – 10  % der Stoßdämpfung. Den weitaus höchsten Wirkungsgrad der Stoß- dämpfung leistet die Innenausstattung. Mechanismus, Handhabungssicherheit und Festigkeit von Verschluss und Riemen.                                                                           Innenausstattung des Helms - Fall- und Stoß-Test aus festgelegten Positionen.    Die Stoßdämpfungseigenschaften werden bei unterschiedlichen Temperaturen (zwischen +50 und  –20 Grad C.), unter UV- Licht, unter Lösemitteleinsatz und Feuchtigkeit getestet. Stoß- und Kratzfestigkeit und Prüfung der Oberflächengüte (Durchdringungs- sicherheit) des Visierausschnitts im Gesichtsfeld.  
Im Zuge der Prüfmaßnahmen nach ECE R. 22.05 werden die Eigen- schaften fest eingebauter oder nachrüstbarer Wechsel-visiere getestet. Geprüft werden neben der sicheren Hand-habung der Öffnungswinkel, das Streulichtmaß und die Licht-beeinflussung auch nach Beschädigung oder Abrieb. Für die uneingeschränkte  Zulas- sungsfähigkeit der Visiere ist eine Lichtdurchlässigkeit  von mind. 80 %  gefordert. Bei Lichtdurch- lässigkeit von 50 – 80 % (Tönung) erfolgt eine Kenn-zeichnung des Visiers für den ausschließlichen Tageslicht-betrieb. Verspiegelte Visiere erreichen diesen Lichttrans- missionsgrad in aller Regel nicht und sind deshalb für den Gebrauch im öffentlichen Straßenverkehr nicht geeignet und nicht zugelassen. Sitzfestigkeit des Helms! Nach dem Aufschlag darf sich der Helm / die äußere Helmschale nur minimal in seiner Sitzposition  verändern. ECE-Prüfzeichen muss dauerhaft angebracht/eingenäht und mit Klarsichtfolie geschützt sein!
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