Radfahrausbildung
Beschreibung und Rahmenbedingungen  Die Radfahrausbildung ist neben der Schulwegsicherheit der Einschulungsklassen thematischer Schwerpunkt in der schulischen  Verkehrserziehung für die Klassenstufe 4 der Grundschulen und für die Klassenstufe 5 der sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren mit Förderschwerpunkt Lernen Dabei wird berücksichtigt, dass Kinder entwicklungsbedingt erst etwa im Alter von zehn bis elf Jahren in der Lage sind, Verkehrsabläufe richtig zu erfassen. Sie erfolgt in stationären und mobilen Jugendverkehrsschulen. Je Schuljahr werden über 100.000 Schüler der 4. Jahrgangsstufe in rund 5.400 Schulklassen bis zur fahrpraktischen Lernzielkontrolle („Radfahrprüfung“) ausgebildet. Das Ergebnis der Radfahrausbildung wird den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten schriftlich mitgeteilt. Der Verkehrsunterricht in der Schule und die Übungen in der Jugendverkehrsschule sind aufeinander abgestimmt. Eine erfolgreiche Arbeit in den Jugendverkehrsschulen erfordert neben einer schulischen Vorbereitung den Besuch der Jugendverkehrsschule. Die Termine erfolgen dabei in einem überschaubaren zeitlichen Zusammenhang. Praktischen Übungen werden durch besonders geschulte Polizeibeamte in Anwesenheit und unter Mitwirkung der jeweiligen Lehrerinnen und Lehrer geleitet. Die aktive Beteiligung der Eltern ist wünschenswert. Radfahrausbildung im öffentlichen Verkehrsraum setzt das Einverständnis der Eltern voraus. Sie erfolgt innerorts und zweckmäßigerweise im Schul- bzw. Wohnumfeld der Schüler oder in einem übersichtlichen, verkehrsarmen Gebiet. Bei den fahrpraktischen Übungen tragen alle Rad fahrenden Beteiligten einen Fahrradhelm! Psychomotorische Defizite beeinträchtigen die Radfahrausbildung Mit den psychomotorischen Defiziten von Kindern im Grundschulalter und ihre Auswirkungen auf die Radfahr-Ausbildung hat sich die Unfallforschung der Versicherer (UDV) des Gesamtverbands der Versicherer  (GDV) in ihrem Forschungsbericht 2009 auseinandergesetzt. Die wesentlichen Ergebnisse: Viele Kinder, vor allem im großstädtischen Bereich, haben im Vergleich zum Jahr 1997 deutliche psychomotorische Schwächen. Das wird bei der Fahrradausbildung sichtbar, die nahezu alle Grundschüler in der 3. oder 4. Klasse absolvieren. Die Studie zeigt, dass sich die Fähig- und Fertigkeiten von Kindern im Grundschulalter weiter verschlechtert haben. Dabei fallen vor allem Stadtkinder, Mädchen mit Migrationshintergrund, übergewichtige und überbehütete Kinder auf. Um den Teufelskreis „Fehlende Bewegung – mehr Unsicherheit – weniger Fahrradpraxis – weniger Bewegung“ zu durchbrechen, müssten Schulen, Eltern und Lehrer gezielt Bewegungsdefizite erkennen und bekämpfen. Sicheres Radfahren ist das A und O für eine spätere sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Für viele Kinder hat die eigenständige Mobilität in den vergangenen Jahren abgenommen. Sie werden vermehrt mit dem Auto zur Schule gefahren oder müssen in ländlichen Gebieten schon früh mit dem Bus zur Schule fahren. Dennoch bleibt das Fahrrad ein wichtiger Garant für eigenständige Mobilität. „Stubenhockern“ fehlt aber oft die Praxis und macht das gelegentliche Radfahren dann umso gefährlicher. Deshalb sollten vor allem die Eltern in der Freizeit und an Wochenenden oder in den Ferien ausgiebige Radtouren mit ihren Kindern unternehmen, um deren Fähigkeiten, sich sicher auf dem Zweirad im Straßenverkehr zu bewegen, zu fördern. Was muss getan werden? Kinder brauchen viel Bewegung. Diese kann zu Hause, in der Schule und im Sportverein gefördert werden. Grundschulen müssen den Raum und die Zeit bieten, Mobilitätsdefizite von Kindern zu er-kennen und auszugleichen. Eltern sollten ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule bringen, sondern zu Fuß. Während der Fahrradausbildung sollte es genug Zeit für Einzelförderung und Nachschulungen geben. Für den sicheren Schulweg mit dem Fahrrad ab der Klasse 5 sollten Schulwegpläne erstellt und ernst genommen werden. Unsere Gesamt-Info und den Forschungsbericht der UDV finden Sie hier: Verwaltungsvorschrift zur Radfahrausbildung Die Durchführung der Radfahrausbildung wird in der gemeinsame Verwaltungsvorschrift des Innenministeriums und des Kultusministeriums zur Radfahrausbildung in der schulischen Verkehrserziehung (VwV- Radfahrausbildung) vom 16. August 2017 – Az.: 3-1132.2/152 (IM) – und – Az.: 12-6520.1-120/547 (KM) – geregelt. Förderung motorischer Fähigkeiten - Beispiele
Die Förderung motorischer Fähigkeiten, um das Fahrrad (spätestens) bei der Radfahrausbildung sicher zu beherrschen, steht im Mittelpunkt beispielhafter Bemühungen, das Fahrrad bereits in der Grundschule mit gezielten Übungs-Angeboten im Schonraum zu verwenden.  Das Radfahren in der Grundschule beugt dem Bewegungsmangel wirksam vor und hat zahlreiche positive Auswirkungen auf die kindliche Gesundheit. RADFAHREN IN DER GRUNDSCHULE unter http://www.radfahrenindergrundschule.de/ ist ein Online-Portal für Lehrkräfte in Nordrhein- Westfalen, in dem zahlreiche Informationen, Argumente und Beispiele angeboten werden, um dem Bewegungsmangel durch das Radfahren in der Grundschule wirksam vorzubeugen. Tour de Schule ist eine Kampagne an Schulen in Baden-Württemberg  zur Förderung von Motorik und Radfahren. Mit einer Auswahl von Stationen zur Förderung der Motorik auf dem Fahrrad dienen die Fahrradaktionstage im Rahmen der Tour de Schule primär der Sicherheit auf dem Fahrrad und stellen eine ideale Ergänzung zum üblichen Bewegungsangebot der Schulen dar. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Beschreibung hier
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Bild: www.radfahrenindergrundschule.de