Landes-Tag
Landes-Tag der Verkehrssicherheit 2008 in Mannheim Kinder – Sicherer Schulweg, Junge Fahrer und Schwerverkehr – Arbeitsplatz Straße waren die Schwerpunkte bei den vom Polizeipräsidium Mannheim bestens organisierten und gut besuchten Landes-Tag der Verkehrssicherheit am 19. September 2009 in Mannheim. Rund um das Landesmuseum für Technik und Arbeit war ein buntes Angebot der beteiligten Partner der Aktion GIB ACHT IM VERKEHR aufgebaut, um Besucher ausführlich und facettenreich rund um die „Sicherheit im Straßenverkehr“ informieren zu können. Die ideenreichen und informativen Ansätze der Verkehrsprävention konnten die Besucher bei einem Rundgang über das Veranstaltungsgelände kennen lernen. Besonderen Wert legten Veranstalter und Organisatoren auf den Aspekt, wie sich Verkehrsteilnehmer in speziellen Situationen verhalten sollen, zum Beispiel im Bus oder an Bushaltestellen. Mit Informationen für Kinder und Eltern zum Thema „Verdächtiges Ansprechen“ oder „Selbstbewusst – Sicher – Stark“ wurde auch die Verbindung zu kriminalpräventiven Angeboten hergestellt. Neben bunten Attraktionen wie Hüpfburg, Bungee-Trampolin (UKBW), Klettertürme, Fahrradparcours gab es für Kinder Theater, TiM und die Nimbols (Mobile Kids), Musikprogramm, die Vorführung der Reiter- und Diensthundestaffel Mannheim, Sportprogramm und Gewinnspiele, und für die Eltern zahlreiche Beratungsangebote. Überschlag- und Fahrsimulatoren oder Rauschbrille sollten den Jungen Fahrern die Gefahren im Straßenverkehr deutlich vor Augen führen. „Drogen legen dich aufs Eis“ hieß es dabei an einem Informationsstand. Motorradsicherheitsausrüstung, getunte Autos, alkoholfreie Cocktails, Informationen des Fahrlehrerverbandes oder die Ausstellung von einem Unfallmotorrad und einem Unfallauto gehörten zum weiten Themenspektrum für diese Zielgruppe Besonders attraktiv für die Altersgruppe waren Verlosungen von Freikarten für Spiele des Eishockey-Teams der Adler Mannheim in der SAP Arena oder für die Deutsche Tourenwagenmeisterschaften sowie Autogrammstunden beliebter Sportler, so auch mit KSC-Stürmer Sebastian Freis. An Berufskraftfahrer richtete sich der dritte Bereich des Landes-Tages. Experten informierten über Ladungssicherheit, digitales Kontrollgerät, die Berufskraftfahrerausbildung, Sozialvorschriften oder genehmigungspflichtige Transporte von Gütern. Infostände wie „Trucker-Treff“ oder „fit on tour“ gingen auf die besonderen Arbeitsbelastungen der Berufskraftfahrer ein. Zahlreiche Vorführungen und Vorträge rundeten das Programm ab und machten den Landes-Tag für Verkehrssicherheit zu einer gut besuchten, informativen und unterhaltenden Veranstaltung.   Festakt mit Verleihung des Verkehrspräventionspreises GIB ACHT IM VERKEHR 2007 Der Landes-Tag für Verkehrssicherheit wurde mit dem Festakt im Landesmuseum für Technik und Arbeit Mannheim eröffnet. Die zahlreichen Gäste begrüßten Prof. Dr. Hartwig Lüdtke, Direktor des Landesmuseums für Technik und Arbeit Mannheim, Gerhard Klotter, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Mannheim und Christian Specht, Erster Bürgermeister der Stadt Mannheim. Das von Dieter Schäfer, Polizeipräsidium Mannheim, moderierte Programm erfuhr seine besondere Note durch die musikalische Umrahmung des Polizeimusikkorps Mannheim unter der Leitung von Dieter Kaufmann.   Unterhaltung der besonderen Art bot Prof. Dr. Hans-Peter Schwöbel mit seinem originellen und kurzweiligen Mundartkabarett   „Die Sicherheit im Straßenverkehr hat in Baden-Württemberg schon immer einen hohen Stellenwert.“   Das sagte Innenminister Heribert Rech als Hauptredner des Festaktes.   Das Landesmuseum für Technik und Arbeit biete ein Informations- und Erlebnisangebot, das die adäquate Umgebung für die Verleihung des Verkehrspräventionspreises GIB ACHT IM VERKEHR sei.   Den ersten Preis in Höhe von 2.500 Euro stifte traditionell das Innenministerium. „Das Projekt ‚fit on tour’ geht auf das Problem Übermüdung ein. Viele Fahrer verdrängen und unterschätzen diese Gefahr, obwohl sie immer wieder Grund für schwere Unfälle ist“, so der Innenminister. „Der Preisträger, das Autobahnpolizeirevier Umkirch hat mit Unterstützung der ARGE Arbeitsplatz Straße, dem ADAC Südbaden und dem Landessportverband sowie unter wissenschaftlicher Begleitung der Freiburger Forschungsstelle für Arbeits- und Sozialmedizin diese Gefahr hervorragend aufbereitet und visuell dargestellt.“ Für die Verkehrssicherheit werde im Land mit Prävention und Überwachung gearbeitet. „Gerade bei den Hauptunfallursachen Geschwindigkeit, Abstand, Alkohol und Drogen, aber auch bei nicht angelegten Sicherheitsgurten und fehlenden Kindersitzen darf es keine Toleranz geben“, sagte der Innenminister. 625 Menschen seien im vergangenen Jahr (2007) auf den Straßen ums Leben gekommen. Dies sei der niedrigste Stand seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1953. „Aber es waren 625 Schicksale, hinter denen unermessliches Leid steht“, sagte Rech. Die Entwicklung in diesem Jahr (2008) lasse auf einen weiteren deutlichen Rückgang hoffen. Bis Ende Juli (2007) seien 312 Verkehrstote zu beklagen gewesen, im Vergleich zum Vorjahrszeitraum circa 18 Prozent weniger. Es müsse alles getan werden, um die Unfallzahlen weiter zu senken. Deshalb stehe er uneingeschränkt hinter den Überwachungsmaßnahmen der Polizei und der Stadt- und Landkreise. „Das hat nichts mit Abzocke, Wegelagerei oder Fallenstellen zu tun, sondern mit Leben oder Tod auf unseren Straßen“, betonte der Innenminister. Die Einhaltung von Verkehrsregeln müsse kontrolliert werden, sonst würden sie nicht befolgt werden. Neben der Überwachung sei auch die Prävention eine der Schwerpunktaufgaben der Polizei. Die Polizei orientiere sich an den Hauptunfallursachen, aber auch an den Verkehrsteilnehmern. Dies bedeute den Zuschnitt von Präventionsaktionen auf die jeweilige Zielgruppe, beispielsweise Kinder, junge Fahrer, Senioren, Motorradfahrer und Lkw-Fahrer. Kreative und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den landesweiten Arbeitsgemeinschaften und den Dienststellen erarbeiteten Projekte und Konzeptionen, damit es auf den Straßen sicherer werde. „Herausragendes soll dabei auch für andere als Beispiel dienen, etwa wie man es ganz konkret vor Ort anpacken kann, wen man mit ins Boot holen kann und welche Ideen dann auch tatsächlich am besten umgesetzt werden können“, sagte Rech. Und dieses Engagement solle auch belohnt werden. Dafür gebe es bereits seit 1994 den Verkehrspräventionspreis der Aktion GIB ACHT IM VERKEHR. „Ich freue mich deshalb ganz besonders, dass wir auch heute wieder mehrere Projekte aus dem Jahr 2007 auszeichnen können“, sagte Innenminister Rech. Er danke herzlich den Organisatoren des Landes-Tages der Verkehrssicherheit aus Baden-Württemberg, den Polizeibeamten aus Hessen und Rheinland-Pfalz und dem Direktor des Landesmuseums, Professor Dr. Hartwig Lüdtke, für ihr herausragendes Engagement und Ihre Unterstützung.  Preisträger Verkehrspräventionspreis GIB ACHT IM VERKEHR 2007 1. Preis 2.500 € vom Innenministerium Baden-Württemberg an Autobahnpolizeirevier Umkirch der Polizeidirektion Freiburg - „fit on tour“ – Das Projekt greift die von vielen Kraftfahrzeuglenkern gern verdrängte und unterschätzte unfallträchtige Thematik ‚Schläfrigkeit und Übermüdung’ auf. Mit Unterstützung der ARGE Arbeitsplatz Straße, des ADAC Südbaden und des Landessportverbandes wurde, wissenschaftlich begleitet von der Freiburger Forschungsstelle für Arbeits- und Sozialmedizin, für die Fahrerinnen und Fahrer im gewerblichen Personen- und Güterverkehr und den Urlaubsverkehr ein umfangreiches Maßnahmen- und Medienpaket entwickelt. Es umfasst ein informatives Faltblatt mit Tipps zur Vermeidung von Ermüdungserscheinungen und Bewegungsübungen sowie einen Kurzfilm mit realen Situations- und Übungsdarstellungen. Die Thematik ist beispielhaft aufbereitet, hervorragend visuell dargestellt und findet bereits landesweite Anwendung bei Trucker-Treffs, Urlaubsmessen u.ä.   2. Preis 1.000 € vom ADAC Nordbaden e.V. an Arbeitskreis Verkehrssicherheit im Landkreis Freudenstadt - „Schutzengel-Freudenstadt“ - Im Mittelpunkt des Projektes steht die Verhütung von Verkehrsunfällen und die Eindämmung von Gewaltdelikten Junger Fahrer, die nach wie vor überproportional an Unfällen mit Personenschaden und auch an Körperverletzungsdelikten beteiligt sind. Durch den Einfluss von inzwischen über 700 weiblichen „Schutzengeln“ im Alter von 16 - 24 Jahren auf ihre männlichen Begleiter und Freunde soll im Bedarfsfall das Fahren unter Alkohol und Drogen oder Gewaltdelikte vermieden werden, ohne dass sich die Schutzengel selbst in Gefahr begeben. Als Dank und Anreiz erhalten sie bei der unter der Schirmherrschaft des Landrates stehenden Aktion mit ihrem Ausweis bei einer Vielzahl von Freizeiteinrichtungen und Geschäften lukrative Vergünstigungen. Die Geschäfte und Einrichtungen sind gleichzeitig sog. Schutzengelgeschäfte, in denen Kinder und Jugendliche bei vermeintlichen unklaren Lage um Hilfe nachsuchen können. Das aus Dänemark stammende Modell wurde im Landkreis Freudenstadt erfolgreich etabliert und nachhaltig angelegt und wird im Jahr 2009 evaluiert.   Sonderpreis 600 € vom Landessportverband Baden-Württemberg und der Landesverkehrswacht Baden- Württemberg an Polizeidirektion Offenburg - Trilogie “Verkehrssicherheit ohne Grenzen - sécurité routière sans frontière“ – Beginnend mit der ‚Woche der Polizeien 2004’ anlässlich der Landesgartenschau in Kehl fand die grenzüberschreitende Verkehrssicherheitsarbeit beim zweitägigen ‚Landes-Tag der Verkehrssicherheit 2006’ in Kehl ihren landesweiten Höhepunkt mit der Zusammenführung der Partner der baden-württembergischen Verkehrssicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR und ihren französischen Pendants, in deren Folge 2007 ein weiterer deutsch- französischer Verkehrssicherheitstag am Mummelsee für die Zielgruppe der Motorradfahrerinnen und -fahrer veranstaltet wurde. So wurde auf der Grundlage des 2004 auf politischer Ebene geschaffenen Eurodistriktes im Großraum Straßburg und der Ortenau in Verbindung mit polizeilicher Grundlagenarbeit in beispielhafter Weise eine langfristig und nachhaltig angelegte und auf gemeinsamem Verständnis beruhende grenzüberschreitende Verkehrssicherheitsarbeit entwickelt. Sonderpreis 300 € von der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg an Schulen in Ochsenhausen und Polizeidirektion Biberach - Verkehrssicherheitstag an Schulen - Präventionsveranstaltung „Mobilität 21“ –  Die Schulen in Ochsenhausen haben zusammen mit der Polizei und weiteren Experten einen Präventionstag für alle Schülerinnen und Schüler der achten Klassenstufe konzipiert und durchgeführt. Dabei wurden die Themen Schulweg, Radfahrausbildung und Erwerb der Fahrerlaubnis mit Informationen zur Sucht- und Gewaltprävention verknüpft und mit hohem organisatorischem Geschick 260 Schülerinnen und Schüler in 13 Stationen klassenweise mit allen Themenangeboten erreicht. Das Zusammenspiel von Verkehrs- und Kriminalprävention als Netzwerkarbeit wurde in beispielhafter Weise praktiziert.