Landes-Tag der Verkehrssicherheit 2001 in Ettlingen Innenstaatssekretär Heribert Rech hat am Mittwoch, 10. Oktober 2001, beim Tag der Verkehrssicherheit in Ettlingen vier Arbeitskreise für Verkehrssicherheit der Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs ausgezeichnet und einen weiteren Sonderpreis vergeben. Der Verkehrspräventionspreis der Aktion GIB ACHT IM VERKEHR wurde damit bereits zum siebten Mal verliehen.    „Baden-Württemberg ist das sicherste Bundesland und dies gilt auch für die Sicherheit auf unseren Straßen. Die Kinder in diesem Land haben das geringste Unfallrisiko, die Zahl der Verunglückten ist bundesweit die zweitniedrigste. Dies ist das Ergebnis permanenter professioneller Verkehrssicherheitsarbeit, die zum einen auf einer konsequenten Verkehrsüberwachung und zum anderen auf einer umfassenden kontinuierlichen Verkehrsprävention aufbaut. Immens wichtig ist dabei die sehr eng vernetzte Aufklärungsarbeit zwischen Polizei und vielen gesellschaftlichen Trägern, Vereinen oder Verbänden. Dieses Engagement für mehr Disziplin, Rücksichtnahme und gegenseitiges Verständnis im Straßenverkehr kann gar nicht genug honoriert werden“, betonte Rech bei der Auszeichnung der Preisträger. Jeder einzelne könne dazu seinen Beitrag leisten, und mit welcher Kreativität und Überzeugung dies vielerorts geschehe, zeigten die am Wettbewerb beteiligten Arbeitskreise. Bisher wurden 28 Arbeitskreise aus den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs für ihr besonderes Engagement ausgezeichnet, junge Menschen vor jugendspezifischen Unfallgefahren zu schützen. Laut Rech sind junge Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren nach wie vor deutlich überproportional am Unfallgeschehen beteiligt. In konkreten Zahlen ausgedrückt bedeute dies, dass von den 828 Unfalltoten in Baden-Württemberg im letzten Jahr 188 junge Menschen waren. Die häufigste Unfallursache sei nicht angepasste Geschwindigkeit, gefolgt von Vorfahrtsverletzungen, zu geringem Abstand und Fehler beim Überholen. Zwar würden die meisten jungen Kraftfahrer die Gefahren und Probleme im Straßenverkehr durchaus kennen, sie unterlägen aber einer gravierenden Fehleinschätzung, wenn es um die eigenen Fähigkeiten ginge. Genau dies zu ändern sei Ziel der GIB ACHT IM VERKEHR – Aktionen.    Rech hob bei der Preisverleihung auch hervor, dass das Innenministerium die Verkehrsprävention noch stärker forcieren wolle – gemeinsam mit den Beteiligten an der Aktion GIB ACHT  IM VERKEHR, dem Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr, der Landesverkehrswacht, dem ADAC, dem Fahrlehrerverband und dem Landessportverband. „Wir wollen mit unserer Aktion alle Verkehrsteilnehmer noch gezielter als bisher ansprechen: Kinder und ältere Menschen, Fußgänger, Auto-, Motorrad- und LKW-Fahrer. Wir müssen noch intensiver versuchen, das Verkehrsverhalten positiv zu beeinflussen. Schließlich ist bei über 90 Prozent aller Unfälle der Mensch der Verursacher. Deshalb steht neben der Verkehrsüberwachung die Verkehrsaufklärung bei uns im Mittelpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit“, betonte Rech. Preisträger 1. Preis: Arbeitskreis GIB ACHT IM VERKEHR im Stadt- und Landkreis Karlsruhe Der Arbeitskreis hatte in gezielter Zusammenarbeit mit dem Fahrlehrerverband beziehungsweise örtlichen Fahrschulen, der Kreisverkehrswacht, Schulen im Stadt- und Landkreis, der Berufsgenossenschaften und zusammen mit Gemeindeverwaltungen unter dem Motto „Junge Fahrer 2000“ im gesamten Landkreis ein ganzes Bündel von unfallpräventiven Maßnahmen durchgeführt. Dabei war es in vorbildlicher Weise gelungen, Unterrichte an weiterführenden Schulen und in Betrieben, die Fahrschulausbildung und das Freizeitinteresse der jungen Leute durch Aktionen bei Diskotheken wie beispielsweise zum Thema Sicherheitsgurt miteinander zu verbinden.     2. Preis: Arbeitskreis GIB ACHT IM VERKEHR im Landkreis Rastatt Im Juni und Juli 2000 waren über mehrere Wochen in und vor den Diskotheken des Landkreises mit einer groß angelegten Flugblatt- und Flyeraktion junge Discobesucher über die typischen Gefahren des ‚Discounfall‘ aufgeklärt worden. Der Arbeitskreis hatte es in beispielhafter Weise verstanden, den Aufenthaltsort „Disco“ als Ausgangsort einschlägigen Unfallgeschehens mit großer Presseresonanz zu nutzen.     3. Preise: Der Arbeitskreis GIB ACHT IM VERKEHR im Landkreis Emmendingen Im Oktober 2000 hatte der Arbeitskreis für Schülerinnen und Schüler des Berufsschulzentrums Waldkirch und des benachbarten Gymnasiums einen Verkehrssicherheitstag unter dem Motto „Junge Fahrer und Führerscheinaspiranten“ veranstaltet. Im Mittelpunkt standen dabei erlebnisorientierte Aufklärungselemente wie Vorführungen zum Anhalte- und Bremsweg aus verschiedenen Geschwindigkeiten, Demonstration einer Rettungskette sowie Demonstrationen im Fahrsimulator und am Gurtschlitten. Der Aktionstag war Bestandteil eines kontinuierlichen Gesamtkonzeptes zur Unfallprävention. Er findet jährlich wechselnd an den Gewerblichen Schulen und am Berufsschulzentrum statt. Der Arbeitskreis GIB ACHT IM VERKEHR im Landkreis Ludwigsburg Im Juli 2000 waren am Beruflichen Schulzentrum Bietigheim- Bissingen die Verkehrssicherheitstage ‚sicher und fair‘ für Junge Fahrer veranstaltet worden. Im Mittelpunkt standen auch hier erlebnisorientierte Aufklärungselemente wie Crashdemonstrationen, Aufprallsimulator, Öko-Fahrsimulator und Gurtschlitten sowie Fachvorträge von Richtern und Sachverständigen. Die Aktionstage waren ebenfalls Bestandteil eines Gesamtkonzeptes zur Unfallprävention und Beispiel für eine sehr erfolgreiche und zielgruppenorientierte Maßnahme. Sonderpreis für den Arbeitskreis GIB ACHT IM VERKEHR im Stadtkreis Mannheim und die Friedrich-List-Schule Mannheim Der Arbeitskreis und die Friedrich-List-Schule - eine Berufliche Schule - erhielten einen Sonderpreis für eine Aktionswoche an der Schule, die aufgrund ihrer Besonderheiten beispielhaft gewesen war und deshalb gewürdigt wurde, obwohl nicht alle Ausschreibungskriterien gegeben gewesen waren. Mit der Aktionswoche hatten sich Schüler in herausragender Form dem Thema- „Alkohol, Medikamente und illegale Drogen am Steuer“ gewidmet und dabei ein zielgruppenspezifisches Konzept zur Suchtprävention selbst erarbeitet.
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